Politik
Pelli zu Levrat: "Das Problem ist Ihre totale Unfähigkeit zur Zusammenarbeit."

Privat haben sie sich diese Woche versöhnt, politisch streiten FDP-Präsident Fulvio Pelli und SP-Präsident Christian Levrat weiter.

Merken
Drucken
Teilen

Keystone

FDP-Präsident Fulvio Pelli und SP-Chef Christian Leverat sie sind sich in nichts einig, wie das Streitgespräch zeigt, dass die Zeitung «Der Sonntag» mit ihnen geführt hat. Es gibt auch keine Annährung. Im Gegenteil: «Es ist unmöglich mit den Sozialdemokraten zu diskutieren», sagt Pelli zweimal.

Einmal bei der Diskussion rund um die AHV-Reform, einmal bei der Frage, wie viele neue AKWs es braucht. Levrat widerum wirft Pell «nakte Ideologie» vor. Pelli spricht lieber von «pragmatischen Visionen» und hält deshalb auch nichts von einer Allianz mit der SP gegen die SVP, genauso wenig wie von einer Allianz mit der SVP gegen die SP. «Beides bringt zwar eine Mehrheit im Parlament, aber ein Nein der Bevölkerung, und das schadet dem Land.» Und Pelli doppelt nach: "Das Problem ist Ihre totale Unfähigkeit zur Zusammenarbeit." Gemäss Levrat funktioniert die Parlamentsarbeit noch. "Wenn nicht, weil sich die Mitte auf Teufel komm raus durchsetzen will. Dann dürfen Sie sich aber nicht beklagen, wenn Sie vor einer Wand stehen."

Das Resultat ist eine Blockade. "Das System der Konkordanz ist für die Schweiz gut", sagt Pelli dazu. "Bis vor drei Jahren hat das System gut funktioniert, dann wurde die Situation sehr kompliziert." SP und SVP spannten immer öfter in einer unheiligen Allianz zusammen. Der Grund ist laut Pelli klar: "Die SVP fühlt sich nicht mehr gut in der Regierung vertreten, weshalb sie oft gegen die Interessen der Schweiz arbeitet. Aus Rache für die Abwahl eines Bundesrats." Sein Fazit: "Die Koalition von SP und SVP birgt langfristig grosse Gefahren für die Schweiz in sich." Levrat senerseits widerspricht und kritisiert den mangelnden Willen der Mitte zum Kompromiss. «Die bürgerliche Mitte mit nur gerade 35 Prozent Wähleranteil versucht Lösungen durchzusetzen, ohne den Kompromiss zu suchen. Diese Arroganz erschwert die Arbeit.»