Passwangerstrasse

Passwangstrasse rutschte ab

Überlastet: Die Fahrbahn der Passwangstrasse ist voller Risse und Flicken.

Passwangerstrasse

Überlastet: Die Fahrbahn der Passwangstrasse ist voller Risse und Flicken.

Jetzt muss die Regierung klären, wie schlimm es um die Passwangstrasse bestellt ist Der harte Winter hat der Passwangstrasse geschadet. Noch schlimmer aber sind die Auswirkungen der schweren Lastwagen. Die Solothurner Regierung muss nun die Frage nach einer Gesamtsanierung beantworten.

Walter Brunner

Die Passwangstrasse bleibt ein Sorgenkind. Dieser Tage mussten zwei Strassenstücke vor dem Tunnel repariert werden, weil sie sich stellenweise um bis zu fünf Zentimeter abgesenkt hatten. Um die Strasse nicht noch mehr zu belasten, war das Stück in jüngster Zeit nur einspurig befahrbar; eine Lichtsignalanlage regelte den Verkehr. Aber auch an anderen Stellen ist die Passwangstrasse auf der Nordseite des Tunnels in einem schlechten Zustand.

«Das Hauptproblem sind die 40 Tonnen schweren Lastwagen. Wegen der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe nehmen die Chauffeure den kürzesten Weg, und das GPS zeigt ihnen dann den Passwang an», sagt der Solothurner Strasseninspektor Rudolf Schluep (siehe Kästchen). So rumpeln Lastwagen aus Polen, Holland, Italien, Belgien über den Passwang und belasten die Strasse übermässig. Wenn der Untergrund gut sei, spiele das keine grosse Rolle, sagt Schluep. Aber die Passwangstrasse sei teilweise Rutschgebiet. «Es überrascht mich nicht, dass da jetzt etwas kommt.»

Damit spielt Schluep auf eine kleine Anfrage von Remo Ankli an. Der Beinwiler Gemeindepräsident und FdP-Kantonsrat will von der Regierung Auskunft über den Zustand der Passwangstrasse und über eine allfällige Sanierung. Auch fragt er, ob die Zahl der Schwertransporte reduziert werden könnte und erwähnt den «Deponie-Notstand» im Schwarzbubenland. Dieser führt dazu, dass sauberer Aushub mit Lastwagen über den Passwang gekarrt wird (die bz berichtete). Es gebe doch bestimmt irgendwo im Thierstein eine Möglichkeit, um Aushub zu deponieren, sagt er.

Belag ist bis zu 70 Zentimeter dick

Er sei kein Fachmann, sagt Ankli, deshalb wolle er der Regierung zuerst einmal ein paar Fragen stellen. «Wie man es praktisch umsetzen kann, weiss ich nicht.» Er nehme aber an, dass man beim Kanton «nicht abgeneigt» sei, das Problem einmal anzuschauen. Denn wenn zum Beispiel ein Strassenstück abrutschen würde, «dann wird es sehr teuer». Rudolf Schluep kennt das Problem. Auf der Strasse im Bereich der Senkungen habe man neuen Belag aufgeschichtet, um die Senkungen auszugleichen. Der Belag sei heute stellenweise 70 Zentimeter dick - ein respektables Gewicht. «Damit ist die Sicherheit und die Werkhaftung wieder hergestellt», sagt Schluep. Aber der Untergrund der Strasse sei nicht saniert worden. Auf der Nordseite wolle man deshalb vor dem Passwangtunnel eventuell ein neues System zur Hangstabilisation einsetzen. Derzeit warte man auf eine Offerte, und man müsse noch geologisch abklären, ob das System an dieser Stelle sinnvoll sei.

Eine Gesamtsanierung der Passwangstrasse auf der Thiersteiner Seite, wie sie Ankli anspricht, sei derzeit nicht im Gespräch. «Das wäre dann auch eine Kostenfrage.» Zudem gebe es keine Patentlösung, wie der Untergrund zu sanieren sei. «Man könnte alles pfählen, aber dann besteht die Gefahr, dass die Pfähle einfach abscheren, wenn der Hang rutscht.»

Regierung sieht kein grosses Problem

Seitens der Regierung sind derzeit noch keine Antworten auf Anklis Fragen zu erhalten. Man wolle zuerst den Fragesteller bedienen, sagt Dagobert Cahannes, Medienbeauftragter des Regierungsrates. Und aus Sicht der Solothurner Polizei ist der Passwang kein besonders grosses Problem; es gebe dort nicht auffallend viele Unfälle. Und der Zustand der Strasse sei Sache der Strassenbauer.

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