UBS-Rettung
Pascal Couchepin verteidigt UBS-Rettung - Konkurs war eine Option

Die UBS-Rettung vom 16. Oktober 2008 war nötig. Davon ist der damalige Bundespräsident Pascal Couchepin noch heute überzeugt. Die Optionen wären ein Verkauf oder der Konkurs gewesen.

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Alt-Bundesrat Pascal Couchepin. (Archiv)

Alt-Bundesrat Pascal Couchepin. (Archiv)

Keystone

„Die Banken liehen sich damals gegenseitig kaum mehr Geld aus. Die Liquidität der UBS nahm täglich ab. 150 Milliarden Franken Liquidität hätte sie gebraucht. Als wir uns entschieden, einzugreifen, hatte sie noch 120 Milliarden Franken, von denen sie 30 Milliarden täglich neu aufnehmen musste", so Couchepin im Interview mit der „Schweiz am Sonntag". Er hatte damals als Bundespräsident das Finanzdepartement beauftragt, Szenarien für den Notfall vorzulegen.

Eveline Widmer-Schlumpf, die Hans-Rudolf Merz nach seinem Kreislaufkollaps vertrat, machte das dann auch. Sie habe drei Möglichkeiten vorgeschlagen, sagt Couchepin." Erstens: der Verkauf der UBS. Das wäre aber sehr gefährlich gewesen. Denn der Käufer hätte bestimmt am Vortag der Vertragsunterzeichnung von der Schweizer Regierung zusätzliche Garantien verlangt. Dann hätten wir keine Wahl mehr gehabt. Wir hätten alles machen müssen, was der Käufer verlangt."

Die zweite Option war der Konkurs. „Der Bundesrat hat sich für die dritte, strategische Möglichkeit entschieden: Alles Notwendige zu unternehmen, um die UBS zu retten." Der Staat sei ein grosses Risiko eingegangen. „Aber letztlich haben Bund und Nationalbank Geld gewonnen. Es ist grotesk, heute noch zu behaupten, man hätte nichts tun sollen. Nur Fundamentalisten pochen heute noch auf ihre Aussage, dass eine Sünde eine Sünde bleibe."