Zweifellos zufrieden mit dem Ja zum Gripen-Kauf im Nationalrat ist die SVP. Es sei ein Entscheid für die Sicherheit der Schweiz, betont Toni Brunner. «Zu einer glaubwürdigen Landesverteidigung gehört auch die Verteidigung des Luftraumes und damit Kampfflugzeuge», so der SVP Präsident.

Die SP ist vom Nationalratsentschluss nicht überrascht: «Nach dem Richtungswechsel innerhalb von FDP und CVP war der Ausgang klar», meint Fraktionschef Andy Tschümperlin, SP-Fraktionschef. Regula Rytz, Co-Präsidentin Grüne ist enttäuscht: «Die bürgerlichen Parteien wollen für ein absolut überflüssiges Flugzeug jedes finanzielle Risiko eingehen.»

Bürgerliche sehen einer Gripen-Abstimmung gelassen entgegen

Bürgerliche sehen einer Gripen-Abstimmung gelassen entgegen

FDP-Präisent Philipp Müller verteidigt den Sinneswandel seiner Partei: «Wir wollten offene Punkte geklärt haben und sind zum Ziel gekommen.» Rückzugsrecht und Konventionalstrafe seien nun auf dem Tisch und damit könne man das Geschäft unterstützen.

Für CVP-Präsident Christophe Darbellay ist auch klar: «Es wird in der Schweiz einen Tiger-Teilersatz durch den Gripen geben oder sonst keine Kampfflugzeuge.»

Stimmvolk als höchste Hürde

SP, Grüne und Grünliberale haben das Referendum bereits angekündigt, sowohl ein linkes als auch ein bürgerliches Komitee wollen Unterschriften sammeln. «Die Bevölkerung wird sehr genau überprüfen, ob der Gripen nötig ist», ist sich Tschümperlin sicher.

Um das Stimmvolk für den Kampfjet zu gewinnen, müsse man aufzeigen, dass es für eine Armee, welche die Sicherheit der Schweiz gewährleisten soll, auch ein Dach brauche, erklärt SVP-Präsident Brunner.

Derzeit hätte der Gripen wenig Chancen vor dem Volk, wie eine Umfrage zeigt. Fast zwei Drittel der Befragten sprachen sich gegen den Kauf aus. «Eine Volksabstimmung ist kein Sonntagsspaziergang», ist sich auch Christophe Darbellay bewusst. «Es wird sehr schwierig werden. Gewonnen ist noch nichts.»

Verhaltene Zuversicht in Schweden

Schwedischer Botschafter: «Es ist nach ein langer Weg zum Deal»

Schwedischer Botschafter: «Es ist nach ein langer Weg zum Deal»


In Stockholm nimmt man den heutigen Entscheid mit Wohlwollen zur Kenntnis. «Ich bin sehr froh über den Entscheid im Nationalrat», erklärte der Schwedische Botschafter Per Thöresson in Bern. Doch in Schweden weiss man, dass wohl das Volk das letzte Wort haben wird. «Es ist noch ein langer Weg bis zum Deal», so der Botschafter. (cze)