Man habe mit Freude zur Kenntnis genommen, dass die griechische Regierung und das Parlament in Athen weiterführende Massnahmen beschlossen hätten, sagte Merkel. Dies sei ein wichtiger Schritt.

Merkel und Papandreou forderten übereinstimmend Schritte gegen Spekulanten, die von der Krise in Griechenland profitieren. Es gehe nicht an, dass Spekulanten von den Problemen einzelner Staaten profitierten, sagte Merkel. "Wir müssen es schaffen, den Spekulanten das Handwerk zu legen."

Beide Politiker würdigten zudem ausdrücklich und mehrfach die enge Freundschaft zwischen beiden Ländern. Papandreou beklagte jedoch, dass das griechische Volk durch einige Medienberichte in Deutschland verletzt worden sei.

"Ich weiss, das hat nichts zu tun mit der Regierung von Frau Merkel", fügte er an. Auch Merkel wandte sich gegen alles, was negative Emotionen zwischen beiden Ländern schüren könnte.

Zuvor hatte das griechische Parlament trotz heftigen Protesten das umstrittene Milliarden-Sparpaket zur Konsolidierung der Staatsfinanzen beschlossen. 160 Abgeordneten der regierenden PASOK-Partei paukten das Sparpaket in einem Schnellverfahren durch das Parlament.

Gegen die Sparpläne im Umfang von 4,8 Milliarden Euro kam es landesweit zu Protesten. Das öffentliche Leben vor allem in Athen wurde weitgehend lahmgelegt. Da keine Busse und Züge fuhren, gab es lange Staus, auch die Fluglotsen wollten auf allen griechischen Flughäfen die Arbeit vorübergehend niederlegen.

In Athen wurden einige Demonstranten gewalttätig. Junge Demonstranten attackierten GSEE-Chef Yannis Panagopoulos und bewarfen ihn mit Kaffeebechern, ein Mann verletzte ihn durch Faustschläge. Weitere Demonstranten schleuderten Wurfgeschosse auf die Polizisten, die ihrerseits Tränengas einsetzten.