Parking

Parkieren, später zahlen

Stadträtin Jolanda Urech lanciert auf der oberen Schanz das bargeldlose Parkieren (to)

Jolanda Urech

Stadträtin Jolanda Urech lanciert auf der oberen Schanz das bargeldlose Parkieren (to)

Die Stadt Aarau wird immer mehr zur Verkehrspionierin: Die Devise «Zuerst parkieren, später zahlen» wird stetig umgesetzt. Hinzu kommt nach Ostern auf der oberen Schanz und auf der Mühlematt der Pilotversuch, die Parkgebühr bequem per Handy zu entrichten.

Hermann Rauber

Es war die SVP-Fraktion im Aarauer Einwohnerrat, die 2003 per Motion bei grösseren städtischen Parkplätzen ein «kundenfreundlicheres Zahlungssystem» forderte. Das heisst, dass die Rechnung nicht im voraus, sondern am Ende der Parkzeit beglichen wird. Diesem Bedürfnis der Automobilisten kommt die Stadt jetzt mit neuen Schrankenanlagen am Flösserplatz und bei der Kettenbrücke nach.

Die Massnahme gehört laut der Aarauer Verkehrsministerin Jolanda Urech zum «Drei-Säulen-Prinzip» des Stadtrates, zusammen mit dem Parkleitsystem und der Anwohnerprivilegierung in den Quartieren, deren Umsetzung allerdings noch immer von einer Beschwerde blockiert ist.

Zusätzlich besteht jetzt die Möglichkeit, für die Parkings Flösserplatz, Kettenbrücke und Bahnhof eine spezielle ParkingCard zu lösen. Bei der Ein- und Ausfahrt identifiziert man sich mit einem Badge, der fällige Parkgplatzobolus wird einem persönlichen und passwortgeschützten Gebührenkonto belastet, Münz braucht man nicht mehr mühsam zusammenzuklauben.

Dieses Prinzip soll auch beim Kasernen-Parking, das laut Jolanda Urech im kommenden August eröffnet werden kann, zur Anwendung gelangen. Möglich ist bei der ParkingCard Vorauszahlung oder die Begleichung der Schuld per Rechnung. Der Badge gilt selbstverständlich nicht nur für Aarau, sondern für sämtliche Parkings in der Schweiz, die bereits dem System der ParkingCard angeschlossen sind. Allerdings ist dieses landesweite Netz erst im Aufbau begriffen.

Pionierversuch mit Handy

Aarau bietet zusätzlich Hand für einen Pilotversuch, Parkinggebühren per Handy zu entrichten. Für dieses «schrankenlose Parkieren» - so Jolanda Urech - braucht es neben der Karte auch eine Vignette, die auf der Innenseite der Windschutzscheibe befestigt wird.

Gestartet und beendet wird der Parkvorgang per Telefontastatur und über die Postleitzahl 5000, abgerechnet wird ebenfalls über das Gebührenkonto. Das Experiment findet ausschliesslich auf der oberen Schanz und auf der Mühlematt statt. Auf dem Schanzmätteli deshalb, weil hier der Einbau einer Schranke wegen der nahen Tiefgarage im Felsgarten nicht möglich war.

Vorläufig für ein Jahr

Ob sich die Bezahlung via Handy, wie sie unter anderem bereits in Bassersdorf, Dietlikon oder Zürich Tiefenbrunnen bekannt ist, auch in Aarau bewährt, soll die Statistik innerhalb eines Jahres zeigen. Die Stadtpolizei Aarau führt genau Buch und stellt fest, wie stark diese neue Bezahlungsart in der Kantonshauptstadt genutzt wird. Bei Nicht-Erfolg wird der Versuch eingestellt. Zur Beruhigung: Natürlich kann man in Aarau auch künftig mit dem gewohnten Kleingeld am Automaten die Parkplatzzeche bezahlen.

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