Das bestätigt ihr Anwalt Matthias Brunner gegenüber der Zeitung "Der Sonntag". In der Vergangenheit sei sie schon zwei Mal für jeweils einen Monat dorthin verlegt worden. «Meine Klientin empfindet die Behandlung durch die männlichen Angestellten als weniger dämonisierend», sagt Brunner. Das Personal in Thun habe mehr Erfahrung mit gefährlichen Insassen als in Hindelbank.

Die Zeitung macht publik, dass solche Verlegungen insbesondere bei Insassen angeordnet wird, die Haftstrafen von über zehn Jahren absetzen müssen. Dazu gehören vielfach auch verwahrte Straftäter. Das Prinzip der Haftinstitutionswechsel fusst nicht auf gesetzlichen, sondern auf humanitären und ethischen Gründen. Damit soll die Lebensqualität von Häftlingen erhöht und der Perspektivlosigkeit entgegengewirkt werden, heisst es bei zuständigen Stellen. "Versetzungen werden im Rahmen der Vollzugsplanung und im Einzelfall erwogen. Ein grundsätzliches Recht auf eine Versetzung in eine andere Institution gibt es nicht", sagt die stellvertretende Kommunikationsbeauftragte Jessica Meyer vom Zürcher Amt für Justizvollzug.

Mehrere Mitarbeiter des Amtes sprechen jedoch gegenüber dem "Sonntag" von "Tapetenwechsel" und "Luftveränderung". Dahinter kann aber auch eine Krisenintervention und damit ein Timeout aus Sicherheitsgründen stehen. Bei Caroline H. seien die Verlegungen aber keine Reaktion auf die Gefährdungslage gewesen, hält ihr Anwalt Brunner fest. Über einen "Tapetenwechsel" wird an Vollzugskoordinationssitzungen entschieden. Es gibt auch Insassen, die es ablehnen, vorübergehend verlegt zu werden - weil sie sich an ihre Umgebung und an ihre Aufseher gewöhnt haben.