Dino Nodari, Eddy Schambron, Lukas Schumacher

An der Initiative für ein Bauverbot von Minaretten (Volksabstimmung vom 29. November) scheiden sich die Geister. Sind Minarette Machtsymbole für einen religiös-politischen Anspruch? Oder sind sie religiöse Zeichen, vergleichbar mit den Kirchtürmen der Christen? Aus historischer Sicht waren Minarette ursprünglich nichts anders als Leuchttürme für Karawanen und Gebetsplattformen.

40 000 Muslime im Aargau

Eine ganz andere Frage ist, wie wir Muslimen im Alltag begegnen und wie häufig solche Begegnungen sind. Gemäss aktuellen Daten leben im Aargau rund 600 000 Menschen, wovon 130 000 Ausländerinnen und Ausländer. Die Zahl der Muslime und Muslimas im Aargau wird auf rund 40 000 geschätzt. Ungefähr 6000 leben im Freiamt, in den beiden Bezirken Bremgarten und Muri. So gesehen ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass jeder von uns zumindest einen Muslim oder eine Muslima kennt. Wobei es anzufügen gilt, dass längst nicht alle hier wohnhaften Angehörigen der islamischen Religion ihren Glauben aktiv praktizieren.

Die AZ Freiamt fragte Passantinnen und Passanten, ob in ihrem Bekanntenkreis Muslime oder Muslimas vertreten sind, und falls ja, welche Beziehung sie zu diesen haben.

Wohler Moschee zweijährig

Im September 2007, nach längerem politischem Seilziehen, wurde die Moschee im Wohler Gewerbegebiet Rigacker feierlich eröffnet. Diese einzige Moschee im Freiamt ist auch die erste der Schweiz, die man von Grund auf neu gebaut hat - ohne Minarett, zu Kosten von 2,8 Millionen Franken. Anwohner, benachbarte Gewerbebetriebe und der Gemeinderat Wohlen hatten das Projekt abgelehnt. Schliesslich war es der aargauische Regierungsrat, der grünes Licht gab und die Erstellung der Moschee durchsetzte.

Die hohen Wogen und vielen Emotionen im Vorfeld der Baubewilligung haben sich mittlerweile gelegt. Laut Anwohnern und Behörden sind bis heute keinerlei Probleme oder Turbulenzen im Zusammenhang mit dem Betrieb der Moschee Wohlen aufgetreten.