Seine Botschaft gelte den "Kindern, die keinen Vater mehr haben oder die alleingelassen im Elend der Strasse leben, sowie denen, die gewaltsam von ihren Eltern getrennt wurden, die misshandelt und in paramilitärische Truppen eingegliedert werden." Alle sollten Vertrauen in Gott haben, sagte Benedikt.

Die Messe war der Höhepunkt seines knapp dreitägigen Besuchs in Kamerun. Vor etwa 60 000 Gläubigen warnte Benedikt die Afrikaner vor einer "Tyrannei des Materialismus". Er rief die Katholiken auf dem Kontinent auf, "sich um ihre Seele zu kümmern". Sie sollten sich nicht einfangen lassen von "egoistischen Illusionen und falschen Idealen", meinte der Papst.

Die Messe diente auch der Übergabe eines Arbeitsdokuments an die afrikanischen Bischöfe für die Afrika-Synode im Oktober in Rom. Das Papier geht auf gut 50 Seiten auf die "Kirche in Afrika im Dienst der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens" ein.

Zuvor hatte Benedikt vor Muslimen in Kamerun bekräftigt, dass wahre Religion alle Formen von Gewalt und Totalitarismus verwirft. Das beruhe nicht allein auf den Glaubensgrundsätzen, sondern auch auf der Vernunft, erklärte Benedikt bei einem Treffen mit Repräsentanten muslimischer Gemeinden in Jaunde.

Die Atmosphäre des Treffens wurde als freundschaftlich beschrieben. In Kamerun ist etwa jeder Fünfte Muslim, 40 Prozent sind Christen.