Pandemie
Es werden laufend neue Termine aufgeschaltet: Impfung für Kinder rollt an – und ist gefragt

Seit einigen Tagen können auch in der Schweiz fünf- bis elfjährige Kinder geimpft werden – zumindest in gewissen Kantonen. Die Nachfrage ist teils gross. Manche Kinder und Eltern müssen sich gedulden.

Maja Briner
Drucken
Ein fünfjähriges Mädchen wird im Kanton Zürich geimpft.

Ein fünfjähriges Mädchen wird im Kanton Zürich geimpft.

Michael Buholzer / KEYSTONE

Während viele Erwachsene schon den dritten Piks erhalten haben, rollt die Impfung für die Kinder erst langsam an. Seit kurzem verfügt die Schweiz über spezifischen Impfstoff für 5- bis 11-Jährige, rund die Hälfte der Kantone haben inzwischen mit Impfen begonnen, in anderen geht es erst in den nächsten Tagen los.

Eine Umfrage unter den Kantonen zeigt: Teils sind die ersten Termine sehr begehrt – und rasch weg. So berichtet etwa der bevölkerungsreichste Kanton Zürich, die Nachfrage sei gross. «Nach acht Stunden waren bereits rund 90 Prozent der 4000 aufgeschalteten Termine gebucht.» Es würden seither laufend neue Termine aufgeschaltet.

Auch Basel-Stadt zeigt sich «sehr zufrieden» und berichtet von einem «aktuell hohen Interesse». Das trifft nicht nur auf Kantone mit grossen Städten zu. So berichtet beispielsweise der Thurgau, die Impfungen für Kinder seien gefragt. Die ersten beiden Wochen seien ausgebucht, danach habe es freie Termine. In Solothurn wurden schon über 500 Kinder für eine Impfung angemeldet.

Im Aargau waren die zuerst aufgeschalteten 2000 Termine Mitte Woche alle ausgebucht, inzwischen kamen neue dazu. Und in manchen Kantonen sind zwar noch Termine frei, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Teils müssen sich die Kinder – und ihre Eltern – also länger gedulden, bis sie zur ersten Impfung kommen.

Grosse Unterschiede zwischen Kantonen

Noch sind die Kantone sehr unterschiedlich unterwegs, was Tempo und Anzahl Anmeldungen betrifft. Exemplarisch zeigt dies ein Vergleich zwischen Zug und St. Gallen. Zug hat bereits an Silvester zu impfen begonnen, inzwischen sind rund 830 Kinder oder neun Prozent angemeldet oder geimpft. Im Kanton St. Gallen sind gemäss Angaben vom Mittwoch erst rund 620 Anmeldungen erfolgt – also weniger als in Zug trotz vier Mal grösserer Bevölkerung.

St. Gallen weist indes auch explizit darauf hin, das Impfangebot richte sich vor allem an Kinder mit einer chronischen Erkrankung oder mit engem Kontakt zu einer besonders gefährdeten immungeschwächten Personen. Er folgt damit der Empfehlung der Eidgenössischen Impfkommission, die allerdings umstritten ist.

Weniger als 1 Prozent geimpft

Schweizweit haben laut Bund bisher 0,4 Prozent der 5- bis 11-Jährigen den Piks erhalten. Zum Vergleich: Bei den 12- bis 15-Jährigen, die schon länger Zugang zur Impfung haben, sind rund 40 Prozent bereits zwei Mal geimpft.

Aktuelle Nachrichten