Im Februar bestätigte das Militärdepartement (VBS): Geheime Akten sind spurlos verschwunden, welche die Umtriebe der 1990 aufgeflogenen Geheimtruppe P-26 erhellen könnten. Die sieben Ordner und zwanzig Dossiers waren die Grundlage für den nur geschwärzt veröffentlichten P-26-Bericht des Untersuchungsrichters Pierre Cornu. Kurz darauf wurde bekannt, im «Schweizerhof», dem ehemaligen Führungsbunker der P-26 in Gstaad, seien Akten gelagert.

Der private Verein Pro Castellis hatte die Festung 2015 für fünfzig Jahre im Baurecht vom Bund übernommen. Er zahlte 5000 Franken und übernahm die Aufgabe, die Anlage zu erhalten und ausschliesslich als militärhistorisches Objekt und Dokumentationsstelle zu nutzen. Felix Nöthiger, Sprecher des Vereins, will dort ein Museum mit der Geschichte der P-26 einrichten und die Truppe damit in der Öffentlichkeit rehabilitieren. Der Verdacht drängte sich auf, die Geheimakten könnten dort versteckt sein.

Das Bundesarchiv gibt nun auf Anfrage Entwarnung. Zusammen mit dem VBS sei im Juni der P-26-Bunker besucht worden. Sprecher Simon Meyer sagt: «Im ‹Museum› befanden sich keine Originalunterlagen, sondern ausschliesslich Kopien.» Die 228 Dokumente liegen nun in digitaler Form dem Bundesarchiv vor. Es werde geprüft, ob sie archivwürdig seien. Diese Arbeit sei aufwendig, da es sich um Dokumente ohne Kontextinformationen handle. Die Suche nach den Akten ist damit aber nicht abgeschlossen. Auch die Geschäftsprüfungsdelegation des Parlaments fahndet danach. Präsident Claude Janiak (SP, BL) sagt, die Kommission habe dem VBS Aufträge erteilt und warte auf Antworten.

Zum Schutz der Anwohner

Um den Gstaader-P-26-Bunker ranken Gerüchte, weil er zwar ein «Museum» beherberge, aber dennoch für die Öffentlichkeit geschlossen ist. «Dies ist eine Auflage des Bundes», sagt Felix Nöthiger und stipuliert damit besondere Geheimhaltungsinteressen. Im vorliegenden Baurechtsvertrag heisst es denn auch, «die Nutzung hat ohne öffentliche Publizität zu erfolgen». Für Besichtigungen und Führungen sind nur Eingeladene zugelassen. VBS-Sprecher Renato Kalbermatten dementiert jedoch besondere Geheimhaltungsinteressen. Hintergrund der Restriktionen seien «raumplanerische Erfordernisse für die Umnutzung». Kalbermatten sagt: «Das Besucher- und Verkehrsaufkommen soll zum Schutz der Anwohnerschaft kontrollierbar bleiben.»