Tatendrang

Ottos Ineichens letztes Projekt war eine Stromspar-Initiative

Der verstorbene Otto Ineichen wollte eine Stromspar-Initiative lancieren (Archiv)

Der verstorbene Otto Ineichen wollte eine Stromspar-Initiative lancieren (Archiv)

Der am Mittwoch verstorbene FDP-BNationalrat Otto Ineichen liebäugelte in den letzten Wochen mit einer Volksinitiative zur Förderung der Stromeffizienz. Ob das Vorhaben jetzt noch umgesetzt wird, ist unklar.

Erst Ende April wurde im luzernischen Beromünster die erste von 100 Billig-Krippen eröffnet, die Otto Ineichen geplant hatte. Am letzten Sonntag hatte der FDP-Tausendsassa schon ein neues Thema: Er wollte Jugendlichen unter 19 Jahren das Arbeitslosengeld streichen – weil die Jungen sich mehr anstrengen sollen.

Ineichens Tatendrang war nicht zu bremsen. Wie Recherchen nun zeigen, hatte er bereits ein weiteres Projekt im Köcher: Er plante eine Volksinitiative zur Förderung der Stromeffizienz. «Im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien haben Unternehmen, die auf Effizienzsteigerung setzen, keine Lobby in der Politik», sagte Ineichen gegenüber der az am Dienstag, einen Tag vor seinem plötzlichen Tod.

Effizienzziel in der Verfassung verankern

Genau das wollte Ineichen ändern. Seine Idee: Analog zur Klima-Initiative, die eine 30-prozentige Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses bis 2020 verlangt, könnte man ein Effizienzziel in der Bundesverfassung verankern und somit den Druck erhöhen, damit das Stromsparpotenzial in Schweizer Haushalten und vor allem in Unternehmen besser ausgeschöpft wird. Ineichen war sich sicher: «Bringen wir die Initiative auf den Weg, haben wir die nötigen 100000 Unterschriften innert dreier Monate zusammen.»

Die Solothurner FDP-Politikerin Pia Stebler, die bereits die Geschäftsstelle des Vereins Energieallianz – eines weiteren Ineichen-Kindes – leitet, sollte in den kommenden Wochen die Gründung eines Projektvereins in Angriff nehmen. Sie führte bereits Gespräche mit Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und politischen Akteuren.

Noch keine konkreten Namen

Konkrete Namen bekannt geben wollte sie jedoch noch nicht. «Wir gehen nach und nach auf Politiker und Wirtschaftsexponenten zu. Bisher wurde aber noch keine Anfrage abgeschlagen», sagte sie gestern Morgen auf Anfrage.

Über die Lancierung der Initiative sei noch nicht abschliessend entschieden worden, betonte Stebler. Franziska Barmettler, Sprecherin des Wirtschaftsverbands Swisscleantech, der in die Gespräche involviert ist, meinte: «Aber sie ist eine von mehreren Möglichkeiten.» Eigentlich wollte Ineichen im August über das Projekt informieren. Wie es nach seinem Tod weitergeht, ist unklar. Stebler war gestern Nachmittag nicht erreichbar.

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