Monarchie

Otto von Habsburg im Alter von 98 Jahren gestorben

Otto von Habsburg im Jahr 2007

Otto von Habsburg im Jahr 2007

Otto von Habsburg, der älteste Sohn des letzten Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn, ist tot. Der langjährige Europaabgeordnete und Ehrenpräsident der Internationalen Paneuropa-Union starb am Montagmorgen im Alter von 98 Jahren in Pöcking am Starnberger See.

Otto von Habsburg wurde am 20. November 1912 als Sohn von Erzherzog Karl und Prinzessin Zita von Bourbon-Parma in der Villa Wartholz bei Reichenau an der Rax geboren. 1916 wurde er durch die Thronbesteigung seines Vaters Kronprinz von Österreich-Ungarn. Auf den Zusammenbruch der Donau-Monarchie 1918 folgten Jahre des Exils in der Schweiz, in Madeira, in Spanien und in Belgien.

Von den Nazis verfolgt

Nach dem "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 erliess das Regime einen Haftbefehl gegen Otto von Habsburg. Er und die ehemalige kaiserliche Familie flüchteten nach dem deutschen Überfall auf Belgien 1940 über Frankreich, Spanien und Portugal in die USA, wo Otto sich mit grossem Engagement für ein unabhängiges Österreich einsetzte.

Die Rückkehr nach Österreich war ihm aber nach 1945 wegen des Landesverweises der Habsburger zunächst verwehrt. 1951 heiratete von Habsburg die deutsche Prinzessin Regina von Sachsen-Meiningen. Sie liessen sich am Starnberger See in Bayern nieder.

Nach Österreich reiste Habsburg erst wieder 1966 ein. 1978 nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an.

Einsatz für Europa

1973 wurde Otto von Habsburg zum Präsidenten der Internationalen Paneuropa-Union gewählt. 1979 gelang ihm auf der Liste der bayerischen CSU der Sprung ins Europäische Parlament, wo er fast zwei Jahrzehnte amtierte.

Er setzte sich vor allem für die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs ein und kämpfte für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, für Minderheitenrechte und für eine rasche Osterweiterung der EU nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989.

Er war damals Initiator und Schirmherr des "Paneuropäischen Picknicks" an der österreichisch-ungarischen Grenze, bei dem mehr als 600 DDR-Bürger nach Österreich flüchteten.

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