Osterhase aus Fleisch
Osterhase einmal anders: Dieser Freiburger stellt Häsli aus Salami her

Romano Götschmann stellt Osterhasen der besonderen Art her: Sie sind aus Salami. Der 33-jährige Metzgermeister aus Giffers im Kanton Freiburg produzierte für diese Ostern rund 6‘500 Fleischhäsli - und das Geschäft boomt.

Lea Durrer
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Metzgermeister Romano Götschmann mit seinen Salamihasen

Metzgermeister Romano Götschmann mit seinen Salamihasen

Zur Verfügung gestellt

«Wir sind total ausverkauft», erzählt Romano Götschmann. Im gleichnamigen Metzgerbetrieb im freiburgischen Giffers hängen gerade noch 100 geräucherte Salamihasen im Kamin. Diese seien laut dem Metzgermeister und Geschäftsführer des Familienbetriebs in fünfter Generation allerdings alleine für die Kunden im Laden reserviert und würden nicht mehr versandt.

Die Hasen sind zum wahren Verkaufsrenner avanciert. Bis seine Salami-Häsli so grossen Anklang fanden, war es für Romano Götschmann, der die Metzgerei in der vierten Generation führt, ein weiter Weg.

Ein Schuss Liebe gehört dazu

1994 hat er erste Versuche mit den etwas anderen Hasen gemacht. Doch erst nach zweieinhalb Jahren war es soweit: Der 33-Jährige Tüftler fand die perfekte Mischung. Grundlage bildet Brät aus Berner und Freiburger Rind- und Schweinefleisch. Gewürzt mit Salz, Knoblauch, Rotwein und einem «Schuss Liebe» wird die Salami in eine Form gepresst und danach im Bauernkamin kalt geräuchert. Das alles ohne Geschmacksverstärker, betont Götschmann.

Salamihasen

Salamihasen

Zur Verfügung gestellt

Für die grossen 1-Kilogramm schweren Rauchsalami-«Feldhasen» baucht die Metzgerei rund einen Monat. Die kleineren 100-Gramm-Hasen können hingegen bereits nach zehn Tagen aus dem Räucherkamin. Fünf Personen sind ab Anfang Januar für rund drei Monate nur für die Herstellung der Salami-Hasen zuständig.

Die aufwändige Handarbeit hat ihren Preis: Pro 100 Gramm müssen zwischen acht und neun Franken berappt werden. Der Kilo-Hase kostet in Götschmanns Metzgerei 45 Franken.

Skeptiker werden zu Fans

Der Metzgermeister erhielt 1997 seine erste Goldmedaille für den Salami-Hasen. Seither kann sich der 33-Jährige kaum mehr retten vor Auszeichnungen - und Anerkennung von Berufskollegen. «Meine Berufskollegen haben mich am Anfang belächelt», schmunzelt der stolze Metzger. «Nun verkaufen sie selbst meine Hasen.»

So beispielsweise Marcel Wüest. In seiner Fislisbacher «chämi metzg» verkauft er dieses Jahr um die 500 Salami-Hasen. Vor allem die kleinen würden super laufen. «Da nimmt man doch schnell einen mit», weiss Wüest. Der Metzger ging mit Romano Götschmann zur Schule und fand die Idee mit den Fleischhasen - im Gegensatz zu manchen Skeptikern - von Anfang an gut. «Jeder kennt den Schoggi-Osterhasen, doch wer kennt den Salami-Hasen?».

Das Geschäft wächst

Wer diese Ostern sonst noch vom Schoggi- auf den Fleischhasen umsteigen will, kann mit ein wenig Glück noch eines der 6‘500 produzierten Häsli ergattern. Die fleischgewordenen Osterhasen können in einigen Metzgereien ersteigert werden. Seit diesem Jahr stehen die Häsli ausserdem in der Delikatessen-Abteilung von Globus zum Verkauf.

«Das Geschäft mit den Hasen wird langsam grösser», sagt Romano Götschmann. Es soll jedoch kein industrielles Produkt werden, betont der erfolgreiche Erfinder.