Nora Althaus

«Wir sind uns einig, dass wir das Optimum für unsere Schule wollen», sagte Doris Misteli an der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend, «aber wir können nicht.» Zur Debatte stand ein Antrag der Schulleitung, welcher zwei Lehrerpensen mehr und acht zusätzliche Assistenzlektionen fordert. Dies würde die Gemeinde jährlich 163 340 Franken kosten. «Mir ist die finanzielle Lage der Gemeinde durchaus bewusst», meinte aber Schulleiter Matthias Pfeiffer.

Deswegen wurde dem Gemeinderat zudem eine Kompromisslösung vorgeschlagen, welche 56 zusätzliche Assistenzlektionen beinhaltet, ohne zusätzliche Pensen, was noch 67 604 Franken jährlich ausmachen würde. Aus rein fachlicher Sicht seien aber die zwei Pensen absolut notwendig, so Pfeiffer. Denn mit Klassen von 24 Kindern, von denen jeweils rund sechs speziellen Förderbedarf haben, sei der Unterricht auf einem anderen Qualitätslevel als bei Klassen von beispielsweise nur 18 Kindern. Mit den zwei zusätzlichen Pensen könnten die Klassen geteilt werden, das wäre mit der Kompromisslösung nur teilweise möglich.

Kanton kommt ständig mit Neuem

«Bei den 11 Millionen, die wir für Bildung und Schule jährlich ausgeben, sind 96000 Franken vergleichsweise wenig», argumentierte Ersatzgemeinderatsmitglied Patrick Reinhart für die Schule. Für den Rest des Gemeinderates war klar, dass eine qualitativ gute Schule wichtig ist und dass man in eine solche investieren muss, dies aber im Moment nicht so möglich ist, wie es wünschenswert wäre. «Ich will nicht in etwas investieren, von dem man nicht weiss, wie es in Zukunft aussieht», meinte Manfred Misteli. Da der Kanton ständig mit Neuem käme, sei er für die Überbrückungslösung von 56 zusätzlichen Assistenzlektionen. Am Ende entschied sich der Rat mit einer Gegenstimme für diese Kompromisslösung. Zusätzlich sprach der Rat 3179 Franken für Assistenzlektionen im Dezember 2009 aus einem bereits budgetierten Posten. Diese Assistenzlektionen kommen der Klasse 3c im Mitteldorfschulhaus zugute, da diese 24 Schüler zählt und davon sechs integriert und demnach förderungsbedürftig sind.

Sieht nicht rosig aus

Dass der Rat bei der Schule fast jeden Rappen umdreht, hat seinen Grund. Mit 357 720 Franken Aufwandüberschuss bei einem Aufwand von insgesamt 28,662 Mio. Franken im Budget 2010 sieht es für Derendingen nicht gerade rosig aus. An einem Budget-Workshop hatte der Gemeinderat das Budget durchgestrählt. «Jeder Budgetposten wurde geröntgt», sagte Gemeindepräsident Kuno Tschumi. «Auch andere Gemeinden haben zu kämpfen», meinte er weiter. Deswegen sei eine längerfristige Auseinandersetzung mit dem Thema Finanzen sehr wichtig und ein Miteinbezug des Finanzplans in die Legislaturziele notwendig. Der Finanzplan für die nächsten Jahre zeigt zurzeit einen weiteren Anstieg der Minuszahlen. Trotzdem ist Tschumi überzeugt, dass Derendingen den richtigen Weg einschlägt, und der Rat genehmigte das Budget zuhanden der Gemeindeversammlung.

Konsequentere Trennung

Zudem sagte der Gemeinderat Ja zu den neuen Statuten der Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen (EWD). Diese haben zum Ziel, die EWD und die Gemeinde noch konsequenter zu trennen. Der Gemeindepräsident soll nicht gleichzeitig das EWD-Präsidium innehaben, jedoch im Verwaltungsrat sein. Jedoch soll der Verwaltungsratspräsident ein Derendinger sein. Weiter werden potenzielle Verwaltungsratsmitglieder zukünftig vom Verwaltungsrat selber vorgeschlagen und vom Gemeinderat abgesegnet. Die Amtszeit von Verwaltungsratsmitgliedern wird auf 12 Jahre festgelegt und die Rechnung der EWD soll an Gemeindeversammlungen zur Absegnung separat traktandiert werden.

Der Rat stimmte ausserdem einer Erhöhung des Lohnes für Gemeindeangestellte von einem Prozent zu, jedoch mit der Bedingung, dass für 2011 mit dem kantonalen Index gleichgezogen wird. Derendingen ist dem Kanton nämlich eine Teuerung voraus. Schliesslich nahm der Rat Kenntnis von der Demission von Sibylle Siboth als Leiterin Hochbau in der Bauverwaltung.