Syrien

Oppositionsgruppe NCC nimmt nicht an Syrien-Konferenz teil

Der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahim (Archivbild)

Der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahim (Archivbild)

Die syrische Oppositionsgruppe Nationales Koordinationskomitee NCC nimmt nicht an den Friedensgesprächen teil. Der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi gab die Entscheidung am Donnerstag in Genf bekannt, nannte aber keine Gründeö.

Die Syrien-Friedenskonferenz soll am 22. Januar in Montreux beginnen. Brahimi hat die Zusammensetzung der beiden Delegationen für die Konferenz noch nicht bekanntgegeben.

Die übrige syrische Opposition will erst vier Tage vor Beginn der geplanten Friedensverhandlungen entscheiden, ob sie an dem Treffen am Genfersee teilnimmt. Das Medienbüro der Nationalen Syrischen Allianz teilte am Donnerstag mit, die Führung des Oppositionsbündnisses werde am kommenden Freitag und Samstag in Istanbul über ihre Beteiligung an den Gesprächen beraten.

Russland will Iran an der Friedenskonferenz

Auf der geplanten Friedenskonferenz sollen die Bürgerkriegsparteien mehrmals direkt miteinander sprechen, kündigte Aussenminister Sergej Lawrow am Donnerstag auf einer Medienkonferenz mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Jawad Sarif in Moskau an. "Niemand weiss, wie viel Zeit benötigt wird", sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge.

Lawrow forderte erneut mit Nachdruck, dass der Iran an der Konferenz teilnehmen müsse. Sarif betonte, Teheran sei dazu bereit und stelle keine Bedingungen. Der Iran werde aber auch seinerseits keine Forderungen für eine Teilnahme akzeptieren.

Russland, der Iran und Syrien pflegen traditionell enge Beziehungen. Eine gemeinsame Initiative der engen Partner mit Blick auf die geplante Konferenz in Montreux und Genf sei nicht vorgesehen, sagte Lawrow.

Brutale Tötungen von Zivilisten

Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, teilte am Donnerstag in Genf mit, die Vereinten Nationen hätten in den letzten beiden Wochen Berichte über brutale Tötungen von Zivilisten und nicht mehr kampffähigen Angehörigen rivalisierender Rebellengruppen erhalten.

Pillay forderte die Oppositionsgruppen in Syrien auf, jegliche Verstösse gegen die international anerkannten Menschenrechte zu unterlassen und insbesondere Kriegsverbrechen zu unterbinden.

Gleichentags meldete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter, seit Beginn der Rebellenoffensive gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) seien insgesamt 1069 Kämpfer und Zivilisten ums Leben gekommen.

Unter den Toten seien 608 Rebellen. ISIL habe 312 Kämpfer verloren. Ausserdem seien 130 Zivilisten getötet worden. Mehrere Rebellengruppen hatten Anfang Januar eine Offensive gegen die ISIL-Kämpfer gestartet.

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