Indien

Opferzahl bei Anschlag auf Zug in Indien steigt - etwa 120 Tote

Sie hat den Anschlag verletzt überlebt: Eine Passagierin des Nachtzuges

Sie hat den Anschlag verletzt überlebt: Eine Passagierin des Nachtzuges

Nach einem Terroranschlag auf einen Zug im Osten Indiens ist die Zahl der Todesopfer bis Samstagmittag auf 118 gestiegen. Bergungstrupps arbeiteten fieberhaft mit Schneidbrennern und schwerem Gerät, um eventuell noch Überlebende aus den Trümmern zu bergen.

Die Polizei rechnete jedoch mit einem weiteren Anstieg der Zahl der Toten. "Wir fürchten, dass noch 10 bis 15 Tote in einem der schwer zerstörten Waggons sind", sagte ein Polizeisprecher. Damit könnte die Zahl der Todesopfer auf über 130 klettern.

Extremisten hatten am Freitag im Distrikt West-Midnapore im Bundesstaat Westbengalen einen Expresszug auf dem Weg nach Mumbai (früher: Bombay) mit einer Sprengung im Gleisbett zum Entgleisen gebracht, ein entgegenkommender Güterzug raste in die umgestürzten Waggons. Bei dem Anschlag wurden mindestens 200 Menschen verletzt.

Zum Attentat bekannte sich eine örtliche Maoisten-Gruppe, das "Volkskomitee gegen Polizei-Gewalttaten" (PCPA).

Die Maoisten, die in den Tagen zuvor mit Anschlägen gedroht hatten, kämpfen nach eigener Aussage für die Rechte der armen Landbevölkerung und die Einführung eines kommunistischen Gesellschaftsmodells. Nach offiziellen Angaben operieren die Bewaffneten in 200 der 626 indischen Distrikte und kontrollieren 34 davon.

Die indischen Medien kritisierten unterdessen die Regierung wegen ihrer Sicherheitspolitik und forderten eine neue Strategie gegen die Links-Extremisten. Auch die Maoisten gerieten wegen der "sytematischen Blutbäder" unter der Zivilbevölkerung unter Beschuss der Medien.

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