Schweiz

Ohne Regulierung des Wolfes: Verband fürchtet um den Fortbestand der Alpwirtschaft

Um den Fortbestand der Alpwirtschaft zu gewährleisten, muss gemäss dem SAV der Wolfbestand reguliert werden.

Um den Fortbestand der Alpwirtschaft zu gewährleisten, muss gemäss dem SAV der Wolfbestand reguliert werden.

Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) fürchtet, dass immer mehr Alpen aufgegeben werden, wenn der Wolfsbestand nicht reguliert wird. Er spricht sich für das überarbeitete Jagdgesetz aus.

(agl) Im Jahr 2020 habe sich die Situation «enorm zugespitzt», schreibt der SAV in einer Mitteilung vom Mittwoch. Wegen Wolfsrissen hätten von vielen Alpen Tiere vorzeitig ins Tal getrieben werden müssen. «Ohne Regulierung wird eine tierfreundliche Weidehaltung von Nutz- und Hobbytieren bald nicht mehr möglich sein», so der SAV weiter.

Die finanziellen Verluste bei gerissenen Tieren seien dabei nicht das Hauptproblem. Zur Aufgabe von Alpen führe unter anderem, dass der Herdenschutz aufgrund der topografischen Situation nicht umsetzbar oder wirtschaftlich nicht tragbar sei. Dazu komme eine hohe psychische Belastung der Älpler, weil die ihm anvertrauten Tiere durch den Wolf bedroht sind, so der Alpwirtschaftliche Verband. Tierbesitzer würden zudem aus Angst vor Verlusten auf eine Alpung verzichten.

«Massvoll und kontrolliert» in Wolfsbestand eingreifen

Könne die Alpwirtschaft nicht weiter bestehen, sei auch die Biodiversität in den Alpen vermehrt bedroht, warnt der SAV in seiner Mitteilung weiter. Einheimische Viehrassen wie Schwarzhalsziegen oder Appenzeller Ziegen könnten laut dem Verband verschwinden. Das neue Jagdgesetz ermögliche es, «massvoll und kontrolliert» in den Wolfsbestand einzugreifen, weshalb sich der SAV für ein Ja einsetzte.

Am 27. September stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über das revidierte Jagdgesetz ab. Kantone sollen künftig unter anderem den Abschuss von Wölfen bewilligen können, wenn diese Nutztiere bedrohen. Bis jetzt kann nur der Bund den Abschuss eines Wolfes bewilligen, und dies nur dann, wenn er bereits Schaden angerichtet hat. Die Gegner sprechen derweil von einem «Abschussgesetz», welches den Schutz bedrohter Arten in Frage stellt.

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