Sicherheit beim Zugfahren
Ohne Angst Zugfahren

Im Gegensatz zu anderen Kantonen will die Solothurner Regierung keine zusätzlichen polizeilichen Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit im öffentlichen Verkehr zu erhöhen. Das ärgert nur die SP-Fraktion.

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Mehr Sicherheit

Mehr Sicherheit

Keystone

Stefan Frech

SP-Kantonsrat Heinz Glauser (Winznau) arbeitet bei den SBB und für ihn ist klar: «In den letzten Jahren kommt es in den Zügen immer häufiger zu Belästigungen von Bahnmitarbeitern und Sachbeschädigungen.» In anderen Kantonen würden deshalb Züge und Busse vor allem abends durch Sicherheitsdienste begleitet.

Glauser wollte auf diese Entwicklungen aufmerksam machen und reichte im letzten September eine Interpellation ein. Die Antworten der Regierung befriedigten ihn aber nur teilweise: Diese versichert zwar, dass die Sicherheit im öffentlichen Verkehr für sie «einen hohen Stellenwert» habe.

Sachbeschädigungen an Anlagen und Fahrzeugen seien in der Tat häufig, Übergriffe auf Fahrgäste und das Personal der Transportunternehmen hingegen selten. Das habe eine Umfrage bei den Transportunternehmen ergeben. Deshalb hält es der Regierungsrat nicht für notwendig, Nachtzüge generell mit Patrouillen der Bahnpolizei (Securitrans) zu begleiten.

Auch würde dies sehr viel kosten, und die Nachbarkantone müssten mitmachen, erklärte die Regierung weiter. Ausserdem seien bereits Massnahmen eingeleitet worden, unter anderem stichprobenartige Patrouillen der Securitrans ab 20 Uhr oder die Videoüberwachung in Zügen, Bussen und Bahnhöfen.

Viel mehr Belästigungen

Diese Ausführungen des Regierungsrats befriedigten ausser der SP alle Fraktionen. Für SP-Sprecher Philipp Hadorn (Gerlafingen) ist klar: «Der Regierungsrat verkennt den Ernst der Situation.» Im letzten Jahr seien massiv mehr Mitarbeiter von Transportunternehmen belästigt worden als noch drei Jahre zuvor: So kam es 2008 schweizweit zu 1100 Belästigungen und 200 Tätlichkeiten. Hadorn zweifelte den Nutzen der Videoüberwachung an, stattdessen brauche es mehr Personal. «Es darf nicht sein, dass es zuerst zu einem massiven Übergriff kommen muss, bevor etwas unternommen wird.»

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