Ohne Abgasschleuder zur Büez

Das Projekt «bike to work» von «Pro Velo Schweiz» wird zusehendes populärer. Dieses Jahr werden schweizweit 1087 Betriebe an der Aktion teilnehmen; die Mitarbeiter sollen im Juni mit dem Velo zur Arbeit fahren.

Merken
Drucken
Teilen
Bike to work

Bike to work

Solothurner Zeitung

Fahrradfahren ist gut für die Gesundheit und gut für die Umwelt. «Pro Velo Schweiz» spornt deshalb seit 2005 jährlich mit der Aktion «bike to work» Arbeitnehmer wie Arbeitgeber dazu an, im Juni den Drahtesel für die Fahrt zum Arbeitsplatz zu verwenden. Anmeldeschluss war der 22. März. Jetzt ist klar: Die Zahl der teilnehmenden Betriebe fällt erstmals vierstellig aus.

«Wir hatten erwartet, dass sich die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigern wird», sagt Projektleiter Gregor Zimmermann. Mit ungefähr 1000 Anmeldungen habe man bei Pro Velo Schweiz gerechnet - und ist jetzt erfreut, dass die Tausendermarke deutlich überschritten wurde: 1087 Betriebe wollen mitmachen. 2008 waren es noch 873. Und wenn man sich die Zahl der teilnehmenden Firmen pro Kanton ansieht, wird deutlich: Bern liegt mit 253 Betrieben ganz klar vorne. Auf Rang zwei befindet sich der Kanton Zürich.

Solothurn fünf Plätze hinter Bern

«Das liegt beispielsweise daran, dass es in den beiden Kantonen sehr viele Betriebe gibt», erklärt Zimmermann. Firmen mit mehreren Niederlassungen in der Schweiz geben bei der Anmeldung zudem normalerweise den Hauptsitz an. Und der sei eben meist in Bern oder Zürich. «Beim Kanton Bern kommen ausserdem noch etliche Bundesämter und Organisationen dazu», sagt Zimmermann.

Der Kanton Solothurn ist auf Platz sechs - 53 Firmen beteiligen sich. Kurt Erni von «so!mobil» hat für die Aktion geworben und ist zuständig für die Kommunikation mit den Firmen im Kanton. Er sieht das Resultat nüchtern: «Man könnte die Teilnehmerzahl sicher noch steigern.»

Wie oft die Mitarbeiter der angemeldeten Firmen im Juni tatsächlich zugunsten des Fahrrads aufs Auto verzichten, wird sich zeigen und hängt auch vom Wetter ab. «Wir können natürlich niemanden zwingen, Velo zu fahren», sagt Zimmermann. «Jedem Mitarbeiter ist es frei gestellt, ob er mitmachen will oder nicht.»

Die Mindestanforderung für eine erfolgreiche Teilnahme erfüllt, wer wenigstens an 50 Prozent der Arbeitstage das Fahrrad nimmt - erlaubt ist auch, nur eine Teilstrecke per Velo zu absolvieren und den Rest mit öffentlichem Verkehrsmittel zurückzulegen. «Bei schlechtem Wetter darf man das Fahrrad also getrost stehen lassen», so Zimmermann. «Aber ich denke, der Monat Juni ist vom Wetter her sicher eine ideale Wahl um eine solche Aktion durchzuführen.»

Hauptmotivation Gesundheit

Gründe, um an der Aktion teilzunehmen gibt es genügend: «Velofahren ist einfach sympathisch», sagt Kurt Erni. «Die Aktion sorgt sicherlich für Gesprächsstoff und man kann sich über gesammelte Erfahrungen austauschen. Für viele besteht die Hauptmotivation aber wohl darin, etwas für die Gesundheit und die Umwelt zu tun.»

Dafür, dass die Teilnehmer nicht nur im Vorfeld, sondern auch während der Aktion motiviert bleiben, werden laut Erni die «sportlichen Mitarbeiter» sorgen, die auch sonst mit dem Velo zur Arbeit fahren und eine Vorbildfunktion einnehmen. Ausserdem werden die Radfahrer in Vierergruppen eingeteilt. Das soll den Teamgeist fördern - ein Wettbewerb unter Gruppenmitgliedern ist nicht geplant, kann von den Teams aber durchgeführt werden.

Das krisensichere Fahrrad

Dass sich die Wirtschaftskrise positiv auf das Interesse am sparsamen Velo und auf die Teilnehmerzahl auswirkt, glauben Zimmermann und Erni nicht. Im Gegenteil: «Die Wirtschaftskrise könnte eher einige Firmen zur Absage bewegt haben, da eine Teilnahmegebühr bezahlt werden muss», sagt Zimmermann. Denn die Kosten für Flyer, Poster und die Organisation der Aktion werden nur zu einem Viertel von Sponsoren getragen, den Rest übernehmen die Betriebe selbst. Der Betrag sei aber eher gering.