Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, sagte Rudolf Schwabe, Direktor Blutspende SRK Schweiz AG, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte einen Bericht des «Tages-Anzeiger» vom Montag. Ab 2015 sollen demnach Blutlieferungen nach Griechenland schrittweise reduziert werden - bis 2020 um die Hälfte.

Heute liefert der Blutspendedienst jährlich 30'000 Beutel à 220 bis 300 Milliliter Blut im Gegenwert von fünf Millionen Franken in das südeuropäische Land. Bezogen wird das Blut aus der Notfallreserve, die rund 10 Prozent aller Blutspenden beträgt.

Dadurch verfalle nur ein Prozent des überschüssigen Blutes, sagte Schwabe. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt von fünf Prozent sei dies eine sehr gute Quote. Allerdings deckten diese Einnahmen lediglich die Kosten für Administration, Labor und Logistik. "Das Blut selber geben wir gratis ab."

Die ausstehenden Beträge in Millionenhöhe waren laut Schwabe aber auf Dauer finanziell nicht mehr tragbar. Vor zwei Jahren habe man deshalb beschlossen, die Liefermenge langfristig zu halbieren. Angesichts der schwierigen Situation, in der sich Griechenland befindet, wollte das SRK jedoch keinen abrupten Übergang.

Spendenblut seit den 70er-Jahren

Es sei schlicht unmöglich, diesen Ausfall innerhalb weniger Monate zu kompensieren, erklärte Schwabe. Nach monatelangen Gesprächen mit dem griechischen Gesundheitsministerium habe man sich deshalb vor zwei Monaten auf einen gestaffelten Abbau verständigt. Griechenland bezieht seit den 70er-Jahren ausschliesslich Blut aus der Schweiz.

Damit das Land für die Zeit nach 2020 gerüstet ist, leistet das SRK Hilfe beim Aufbau einer eigenen Spendeninfrastruktur. Im Zentrum des "humanitären Projektes" steht die Ausbildung des Personals. Geprüft wird laut Schwabe auch, technische Unterstützung zu leisten.

Angesprochen hat das SRK auch die Zahlungsausstände in der Vergangenheit. Die griechische Regierung habe erkannt, dass die Blutlieferungen sehr wichtig seien für das Spendensystem, sagte Schwabe. Da die Schweiz überschüssiges Blut nur in dieses Land liefert, evaluiert der Blutspendedienst zudem die Möglichkeit, die eigenen Reserven zu verkleinern.