Steuern

Österreich will nicht mehr als Steuerparadies gelten

Österreichs Finanzchef Pröll (Archiv)

Österreichs Finanzchef Pröll (Archiv)

Als letztes EU-Land will Österreich seinen Ruf als «Steueroase» verlieren und von der grauen Liste der OECD gestrichen werden. Mit einer Einigung von vier Parteien seien die Voraussetzungen für eine Streichung des Landes von der grauen OECD-Liste geschaffen worden.

Dies berichtete das Parlament. Auf der so genannten grauen Liste der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stehen Länder, die in Steuerfragen nicht ausreichend mit anderen Staaten kooperieren.

Wie die Schweiz war auch Österreich neben Luxemburg und Belgien immer wieder von anderen Ländern als "Steueroase" kritisiert worden, die Europäische Investitionsbank hatte mit Sanktionen gedroht. Luxemburg und Belgien sind wegen veränderter Gesetze inzwischen schon von der Liste gestrichen worden. Auch die Schweiz bemüht sich, mit dem Abschluss neuer Doppelbesteuerungsabkommen von der grauen Liste gestrichen zu werden.

In Österreich einigten sich die Regierungskoalition aus der konservativen ÖVP und der sozialdemokratischen SPÖ mit zwei anderen Parteien auf eine Lockerung des Bankgeheimnisses für Ausländer.

"Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen für Österreich zu verhindern", sagte Finanzminister Josef Pröll nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Als weitere Vorgabe für die Streichung von der grauen Liste müssten nun so schnell wie möglich Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Ländern abgeschlossen werden.

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