Deutschland

Ökumenischer Kirchentag gestartet - Papst spricht über Missbrauch

Über 80000 Besucher strömten an die Gottesdienste in München

Über 80000 Besucher strömten an die Gottesdienste in München

Mit einem Aufruf des Papstes, in der tiefen Vertrauenskrise der Kirche Signale der Hoffnung zu setzen, hat in München der 2. Ökumenische Kirchentag begonnen. An den drei Eröffnungsgottesdiensten unter freiem Himmel nahmen nach Veranstalterangaben 80'000 Menschen teil.

Angesichts der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche mahnte Papst Benedikt XVI. in einem schriftlichen Grusswort, sich nicht von der Kirche abzuwenden - sie sei ein Ort der Hoffnung.

Papst Benedikt wandte sich in seiner Botschaft direkt an die Kirchentagsteilnehmer: "Ihr wollt inmitten einer schwierigen Zeit ein Signal der Hoffnung in die Kirche und in die Gesellschaft senden. Dafür danke ich euch sehr. Denn unsere Welt braucht Hoffnung."

Benedikt verurteilte erneut die Missbrauchskandale, ohne das Wort zu benutzen: "Es gibt das Unkraut gerade auch mitten in der Kirche und unter denen, die der Herr in besonderer Weise in seinen Dienst genommen hat."

Rund 125'000 Dauerteilnehmer haben sich zu dem grössten Christentreffen Europas in diesem Jahr angemeldet. Es steht unter dem Bibelwort "Damit ihr Hoffnung habt". Das Programm umfasst rund 3000 Veranstaltungen zu politischen und religiösen Themen.

Es werden zahlreiche Bundespolitiker erwartet, an diesem Freitag kommt auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zur Missbrauchsthematik sind beim Kirchentag vier Veranstaltungen vorgesehen.

Der 2. Ökumenische Kirchentag wird ausgerichtet von den Laienorganisationen Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK).

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