Panama Papers
OECD rügt Schweiz wegen Schlupflöchern für Geldwäscher

Nach der Veröffentlichung der Panama Papers über Steuerdelikte und Geldwäsche mit Offshore-Firmen sah Finanzminister Ueli Maurer keinen Handlungsbedarf. Die wichtigste internationale Geldwäschereibehörde sieht dies ganz anders.

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Die Schweiz mache es Geldwäschern zu leicht, meint die OECD.

Die Schweiz mache es Geldwäschern zu leicht, meint die OECD.

Keystone

In einem noch unveröffentlichten Länderbericht, den die «Sonntagszeitung» einsehen konnte, übt die Financial Action Task Force (FATF) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) Kritik an den zu laschen Strafen für fehlbare Banken durch die eidgenössische Finanzmarktaufsicht. Auch seien bisher keine harten Sanktionen gegen Bankkader und Mitarbeiter sichtbar geworden, die Sorgfaltspflichten verletzt hätten.

Die Spezialisten rügen die Schweiz auch, weil Anwälte, die im Offshore-Geschäft tätig sind, zum Teil von den Sorgfaltspflichten befreit sind. Dies widerspreche internationalen Standards.

Die Panama-Papiere zeigten, dass Anwälte in Zürich und Genf Offshore-Firmen von Hochrisikokunden betreuten, darunter verurteilte Betrüger und Personen aus dem direkten Umfeld von Wladimir Putin. Wegen einer Gesetzeslücke mussten sie keine Fragen stellen.

Die Anti-Geldwäschereibehörde der OECD fordert nun, die Regeln zu verschärfen. In Brüssel starteten derweil die Ermittlungen des EU-Untersuchungsausschusses zu den Panama-Papieren. Praktisch alle Parteien Europas sind für ein scharfes Vorgehen gegen Offshore-Geschäfte, während die Schweiz passiv bleibt.