Oddsson verweigert Rücktritt und attackiert isländische Regierung

Oddsson attackiert Regierung in Island

Oddsson attackiert Regierung in Island

Islands umstrittener Nationalbankchef Davíd Oddsson weigert sich trotz Aufforderungen der Regierung und aus der Bevölkerung zurückzutreten. Stattdessen ging er zum Gegenangriff über.

In einem am Abend in Reykjavik veröffentlichten Brief warf Oddsson der neuen sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir vor, seine Ablösung als "Propagandaaktivität" und ohne Angabe konkreter Gründe zu betreiben. Er werde seinen Posten nicht verlassen.

Bei den Massendemonstrationen gegen die Verantwortlichen für die akute Finanzkrise auf Island gehörte Oddssons Rücktritt neben einem Regierungswechsel sowie Neuwahlen stets zu den Hauptforderungen der Protestierenden. Die seit einer Woche amtierende Übergangsregierung von Sigurdardóttir stellt sich am 25. April vorzeitigen Wahlen.

Sie will den Nationalbankchef vorher notfalls mit einer gesetzlichen Umstrukturierung aus dem Amt zwingen. Danach soll die Position neu ausgeschrieben werden und nur für ausgebildete Ökonomen offen sein. Oddsson ist Jurist.

Er war über anderthalb Jahrzehnte auch Regierungschef auf der Inselrepublik im Atlantik und gilt als mit Abstand einflussreichster Politiker.

Der Ex-Chef der konservativen Partei warf Sigurdardóttir auch vor, ihn mit Drohungen aus dem Amt des Nationalbankchefs drängen zu wollen. Oddsson hatte zuvor erklärt, wegen der Unabhängigkeit der Zentralbank könne er von der Regierung nicht entlassen werden.

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