Oberrohrdorf zehrt von den finanziellen Reserven

Der Kauf dieser Liegenschaft ist eine der Investitionen, welche die  Gemeinde Oberrohrdorf für das kommende Jahr vorsieht. (Bild: Walter Schwager)

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Der Kauf dieser Liegenschaft ist eine der Investitionen, welche die Gemeinde Oberrohrdorf für das kommende Jahr vorsieht. (Bild: Walter Schwager)

Trotz hohen Investitionen, stagnierenden Einnahmen und Mehrausgaben wird der Steuersatz im Budget 2010 auf 83 Prozent beibehalten.

Der Gemeinderat Oberrohrdorf legt der Gemeindeversammlung am 1. Dezember den Voranschlag 2010 mit unverändertem Steuerfuss von 83 Prozent vor. Bei Aufwändungen und Erträgen von je 15,84 Millionen wird ein Cash flow von 424 600 Franken erwartet. Dieser Cash flow weist im Verhältnis zum Nettosteuerertrag (Gemeindesteuern abzügl. Finanz- und Lastenausgleich) von 10,37 Millionen eine sehr tiefe Quote von 4,1 Prozent auf. Dank der noch vorhandenen Abschreibungsreserve von über 3,4 Millionen sei «dieser Wert aber vertretbar», so der Gemeinderat.

Kritik am Finanzausgleich

Der Rat geht davon aus, dass das Budget 2009 bei den Einkommens- und Vermögenssteuern erreicht wird. Im Jahr 2010 werde sich aber die negative Wirtschaftslage auf die Steuereinnahmen auswirken. Dank einer positiven Bevölkerungsentwicklung sollte sich jedoch insgesamt doch ein leichtes Steuerwachstum gegenüber dem erwarteten Rechnungsergebnis 2009 einstellen, heisst es in der Ratsmitteilung. Als «unerfreulich» wird darin die hohe Abgabe an den kantonalen Finanzausgleich bezeichnet. 2010 hat Oberrohrdorf 865 000 Franken abzuliefern. Im Vorjahr waren es noch 646 000 Franken. Mittlerweile sei die Finanzausgleichsabgabe auf 7,7 Steuerprozente gestiegen, kritsiert der Rat, und die Steuerzahler von Oberrohrdorf hätten täglich eine Abgabe von 2370 Franken zu zahlen.

Geringe Liquidität

Die Investitionsrechnung weist netto Ausgaben von über 3,1 Millionen auf. Der Hauptteil der Ausgaben fällt 2010 im Tiefbau für die Sanierungen von Gemeindestrassen (Rüslerstrasse schon beschlossen, Kredit für Ringstrasse noch zu bewilligen am 1. Dezember) und Bächen sowie für die Sanierung des alten Schulhauses in Sta-retschwil an. Aufgrund der hohen Investitionen wird sich die Liquidität der Gemeinde verringern, und diese wird 2010 erstmals wieder Zinsen zu zahlen haben.

Mehr Aufwand und Beiträge

Der gesamte Nettoaufwand erhöht sich gegenüber dem Budget 2009 um rund 1,7%. Hauptgrund für die Zunahme sind nach Mitteilung der Gemeinde die überproportional ansteigenden Beiträge an die Grundversorgung der öffentlichen Spitäler, an die Restkosten der Sonderschulung und Heime sowie an den öffentlichen Verkehr. Die stagnierenden Einnahmen, die höhere Abgabe an den kantonalen Finanzausgleich und die Steigerung des Nettoaufwandes hätten zur Folge, dass 2010 mit einer sehr tiefen Belastbarkeit von nur 459 000 Franken gerechnet werden müsse, hält der Oberrohrdorfer Rat abschliessend fest. (atp)

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