Der zuständige Kommandant habe dann den Einsatz befohlen, weil er von einer unmittelbaren Gefahr für das Leben des 53-Jährigen ausgegangen sei, sagte US-Vizeadmiral William Gortney am Sonntag. "Sie zielten mit ihren Kalaschnikows auf den Kapitän", berichtete der Chef des in Bahrain ansässigen Zentralkommandos der US-Marine über die Umstände des Zugriffs.

Die US-Regierung habe Verhandlungen mit den Seeräubern abgelehnt. US-Präsident Barack Obama zeigte sich hoch erfreut über die Befreiung. "Ich bin sehr glücklich, dass Kapitän Phillips gerettet ist", teilte Obama am Sonntag mit.

"Sein Mut ist Vorbild für alle Amerikaner." Er sei zudem "sehr stolz" auf die Anstrengungen des Militärs sowie vieler US-Behörden, die sich unermüdlich für die Freilassung eingesetzt hätten.

Die Spezialeinheiten hatten Philipps am späten Nachmittag (MESZ) aus der Gewalt der Piraten befreit. Drei der vier Seeräuber waren bei den Einsatz getötet worden, der Vierte wurde gefangengenommen.

Die Piraten kündigten Vergeltung für den Tod ihrer Gesinnungsgenossen an. "Die Franzosen und die Amerikaner werden es noch bedauern, mit dem Töten begonnen zu haben", sagte einer der Seeräuber der Nachrichtenagentur Reuters in einem mit Satellitentelefon geführten Gespräch.

In einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP sagte der in der somalischen Stadt Eyl ansässige Piratenchef Abdi Garad, der Tod von drei seiner Männer werde gerächt. Seine Leute würden künftig vor allem US-Bürger, die in den Gewässern vor Somalia unterwegs sind, angreifen.

Auch französische Spezialeinheiten hatten am Wochenende eine Jacht aus den Händen der Piraten befreit und dabei zwei der Seeräuber getötet. Auch eine der Geiseln war bei dem Einsatz ums Leben gekommen.