In den vergangenen Tagen habe es rund um die Ankündigung von Spillmanns Abgang viele Gerüchte und Unwahrheiten gegeben, sagte Dengler an einem NZZ.at-Clubabend gemäss der österreichischen Nachrichtenagentur APA in Wien. Derzeit gebe es einen Prozess, der vom Verwaltungsrat geleitet werde und an dessen Ende ein neuer Name stehen werde, sagte Dengler.

Im Zuge dessen werde auch die Redaktion angehört. Die Kommunikation in dieser Sache seitens der Verwaltungsrates sei aber durchaus verbesserungsfähig, gab er zu.

Einen raschen Entscheid wollte Dengler nicht als vordergründiges Ziel ausgeben, brauche man doch einfach "die besten Leute". Um das Blatt selbst mache er sich in der Zwischenzeit keine Sorgen, gebe es doch ausreichend Expertise in der Redaktion und mit den drei stellvertretenden Chefredaktoren auch eine funktionierende Chefredaktion.

NZZ-Dengler über Chef-Suche

Spillmann verlässt die Zeitung Ende des Jahres, wie vergangene Woche bekannt wurde. Hinter dem Abgang stehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Gruppe ihre publizistische Leitung im Geschäftsbereich NZZ neu organisieren soll. Am Montag hatte Markus Somm, Chefredaktor der "Basler Zeitung", mitgeteilt, dass er als Nachfolger im Gespräch gewesen sei, sich aber dagegen entschieden habe.

NZZ.at soll am 21. Januar starten

Bereits fest steht der Start von NZZ.at: Der Österreich-Ableger geht am 21. Januar "live", wie Dengler am Montag ankündigte. Der Österreicher betonte dabei, dass die Publizistik das Kerngeschäft der "NZZ" bleiben werde.

Insgesamt habe man derzeit vier bis fünf Projekte im Köcher, die in den kommenden Monaten vorgestellt werden sollen. In Österreich solle NZZ.at einen Platz im Qualitätssegment finden. "Es ist Zeit für digitale Bezahlprodukte", sagte Dengler. Dass bei entsprechendem Erfolg eine Wochenzeitung im Print folgen könnte, wollte Dengler nicht ausschliessen.