Rüti

Nur Ofen- oder sogar Pfarrhaus?

Ofenhaus: Hier schlägt das Herz der Reformierten Kirchgemeinde Rüti. (Bild: Urs Byland)

Pfarrhaus

Ofenhaus: Hier schlägt das Herz der Reformierten Kirchgemeinde Rüti. (Bild: Urs Byland)

Soll die Kirchgemeinde Rüti nur das Ofenhaus oder auch das Pfarrhaus kaufen? Diese Frage legt der Kirchgemeinderat der Versammlung am 11. Juni vor. Zwei weitere Varianten wären möglich, kommen für ihn aber nicht infrage.

Daniela Deck

«Wir wollen das Pfarrhaus nicht einfach irgendwem überlassen», sagt Kirchgemeinderat Ulrich Hug entschieden. Dennoch ist für ihn das Ofenhaus noch wichtiger. Dieses nutzt die Kirchgemeinde Rüti für unzählige Anlässe. Die Landfrauen sorgen mit ihrer jährlichen Brotbackaktion dafür, dass das altehrwürdige Gebäude seinem Namen gerecht wird. Weil der Kanton beide Gebäude nicht mehr will, hat er sie der Kirchgemeinde zum Kauf angeboten (wir berichteten). Kostenpunkt: 400 000 Franken. Kauft die Kirchgemeinde hingegen nur das Ofenhaus, so kostet das inklusive Pacht für den Parkplatz sowie Wegrecht zwischen Parkplatz und Ofenhaus 130 000 Franken.

Baurecht bringt nichts

Am 11. Juni ist die Kirchgemeinde aufgerufen, zu diesen zwei Varianten Stellung zu nehmen. Die Entscheidung fällt allerdings erst an der Kirchgemeindeversammlung im Dezember. Nach Aussage von Ulrich Hug fehlen dem Kirchgemeinderat noch einzelne Berechnungen zu den Kostenfolgen der beiden Varianten.

Theoretisch stehen noch zwei weitere Vorschläge im Raum: ein völliger Verzicht und der Kauf des Ofenhauses im Baurecht für 110 000 Franken, was einen Baurechtszins von jährlich 1000 Franken nach sich zieht. Diese beiden Vorschläge lehnt der Kirchgemeinderat ab. «Aus unserer Sicht ist bereits der Verzicht auf das Pfarrhaus die Minimalvariante», sagt Ulrich Hug. Welchen Vorschlag er persönlich bevorzugt, will er nicht verraten. Nur so viel: «Im Lauf der Verhandlungen mit dem Kanton hat bei mir ein Umdenken stattgefunden.»

Das Baurecht bringt der Kirchgemeinde beim Ofenhaus kaum etwas. Das Gebäude steht wie das Pfarrhaus unter Denkmalschutz. Bauliche Veränderungen sind daher kaum möglich.

Bedeutung über Rüti hinaus

Der radikale Verzicht auf jeglichen Kauf ist für Ulrich Hug inakzeptabel. «Bei der Kirchgemeinde steht das Ideelle im Vordergrund. Es gehört zu unserem Auftrag, nicht nur kulturelle Errungenschaften zu erhalten, sondern auch die historische Infrastruktur.» Wenn die Kirchgemeinde nicht zugreift, wird der Kanton die Gebäude frei auf den Markt bringen. Eine Aussicht, die Ulrich Hug keine Freude macht. «Die Erhaltung des ganzen Gebäudekomplexes ist nicht nur für Rüti wichtig, sondern weit darüber hinaus. In dieser Sache verstehe ich das Vorgehen beim Kanton nicht.»

Zuerst falsch gerechnet

Zu Beginn der Verhandlungen zwischen Kirchgemeinde und kantonaler Behörde war der Preis für das Gesamtpaket höher als heute. Nicht das Zuwarten, sondern die Kontrolle der Offerte haben die Verbilligung bewirkt. «Sie haben zuerst unsere Eigenleistungen nicht einberechnet», erklärt Ulrich Hug. Ein Gesuch um einen weiteren Abzug von den 400 000 Franken Kaufpreis sei noch hängig. Dieses betrifft die heimatgeschützte Linde, für die die Kirchgemeinde Unterhaltskosten geltend macht.

Unabhängig davon ist der Kirchgemeinderat überzeugt, dass die grosse Variante zahlbar wäre. In seiner Botschaft auf der Kirchenhomepage (www.ref-kirche.ch/rueti) schreibt er, dass die Hälfte der Summe aus Eigenmitteln bezahlt würde. Der Rest würde hälftig mit einem Kredit und mit einem Beitrag aus dem innerkirchlichen Finanzausgleich beglichen.

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