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Nur noch via Eignungstest zum Medizinstudium

Als noch junger Trägerkanton einer Universität muss es Baselland absegnen, dass via Eignungstest bestimmt wird, wer in Basel Medizin studieren kann.

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Uni Basel

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Nicole Nars-Zimmer

Jürg Gohl

An sich war der Entscheid, den die Baselbieter Regierung diese Woche zu treffen hatte, eine reine Formsache: Als Trägerkanton der Uni Basel willigt Baselland ein, in gewissen Studienfächern einen Numerus clausus, eine Zulassungsbeschränkung, einzurichten, wie ihr das die Basler Regierung vorgeschlagen hat. Diese Beschränkungen gelten für alle Universitäten in der ganzen Schweiz und betreffen im Fall von Basel die Studien der Humanmedizin und der Zahnmedizin sowie das Bachelorstudium der Sportwissenschaften. An anderen Universitäten kommt noch die Tiermedizin hinzu.

Wie die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion gestern mitteilte, überschreiten die Voranmeldungen die Kapazitäten in diesen drei Fächern deutlich. Deshalb müssen sich angehende Studierende der Medizin einem Test unterziehen, der in der ganzen Schweiz identisch ist und in diversen Städten der Schweiz durchgeführt wird. Terminiert ist diese Eignungsprüfung auf den 9. Juli.

In Basel 633 Personen für 130 Plätze

Gerade in der Humanmedizin sind die Plätze rar. An den drei Unis Basel, Bern, Fribourg und Zürich stehen insgesamt 653 neue Studienplätze zur Verfügung, um die sich aber mehr als vier Mal so viele angehende Studierende bewerben, nämlich 2662 Personen.

Noch prekärer ist das Verhältnis an der Uni Basel, an der sich 633 Personen um die 130 neuen Plätze in der Humanmedizin bewerben. «Das ist eine Überkapazität von 387 Prozent», rechnet Anja Huovinen, die Leiterin der Stabsstelle Hochschulen bei der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, vor. Rund vier Fünftel der Studenten in spe, die in Basel Medizin studieren wollen, müssen demnach auf ein anderes Studium ausweichen.

Auch wenn erfahrungsgemäss davon ausgegangen wird, dass rund 20 Prozent der Angemeldeten nicht zur Prüfung antreten werden, so steigert dies die Erfolgsaussichten nur unwesentlich von rund 20 auf 25 Prozent. Bei der Zahnmedizin stehen in Basel 78 Anmeldungen 40 freien Plätzen gegenüber. Die Veterinärmedizin, die gesamtschweizerisch ebenfalls eine zu hohe Nachfrage aufweist (431 Interessierte für 150 Plätze) kann in Basel nicht studiert werden. Auch wer sich dem Bachelor-Studium der Sportwissenschaften zuwenden will, muss sich einem Aufnahmetest unterziehen.

FHNW: Änderung bei Pensionskasse

Neben ihrem Einverständnis zu den neuerlichen Aufnahmeprüfungen vermeldete die Baselbieter Regierung auch, dass die Lehrer an der Fachhochschule Nordwestschweiz statt der bisher vier verschiedenen ein gemeinsames Vorsorgewerk erhalten sollen. Die Wahl fällt auf die Basellandschaftliche Pensionskasse. Dies war bereits im Staatsvertrag zur FHNW vorgesehen.
Die Regierungen von Baselland und Basel-Stadt fordern deshalb von ihren Parlamenten einen Kredit, um vom sogenannten Leistungsprimat zu einem Beitragsprimat zu wechseln. Der Baselbieter Anteil, über den der Landrat befinden muss, beträgt 5,4 Millionen Franken für «Abfederungsmassnahmen». Die neue Regelung für die rund 770 Angestellten soll ab dem 1. Januar 2011 gelten.

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