Tätowierungen

Nur jede fünfte Tätowierfarbe entspricht den Vorschriften

Vorsicht ist angesagt

Vorsicht ist angesagt

Eine Erhebung des Bundes zu Tätowierfarben hat grosse Mängel zu Tage gefördert: Vier von fünf Proben genügten den gesetzlichen Vorschriften nicht. Für 40 Prozent der 152 Proben im Test sprach der Bund ein Anwendungsverbot aus.

In zehn Proben wurden Stoffe (aromatische Amine) gefunden, die Krebs auslösen können, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. 35 Proben enthielten zudem unerlaubte Farbstoffe, und in 22 Fällen wies das Labor unzulässige Konservierungsmittel nach, die Allergien auslösen können.

Auch an Hygiene mangelt es: Eine mikrobiologische Untersuchung zeigte bei 35 Proben von verschlossenen oder angefangenen Farben Keimspuren. Diese Verunreinigungen können zu Infektionen führen.

Der häufigste Grund einer Beanstandung war jedoch die Ettiketierung: Zwei Drittel der Farben waren ungenügend angeschrieben. Oft fehlte die Deklaration der Inhaltsstoffe oder die Mindesthaltbarkeit.

Seit dem 1. Januar 2008 gelten in der Schweiz neue Regeln zu den chemischen und mikrobiologischen Anforderungen sowie zur Ettikettierung. Ob diese Vorschriften eingehalten werden, wollte das BAG mit seiner Erhebung prüfen. Das Kantonale Laboratorium Basel Stadt untersuchte dazu insgesamt 152 Proben aus 16 Kantonen.

Die Resultate zeigten, dass die Hersteller und Anwender die neuen Vorschriften noch ungenügend umsetzten, hält das BAG fest. Deshalb will der Bund bei den Berufs- und Herstellerverbänden eine Verbesserung der Situation verlangen. Später soll es eine weitere Untersuchung geben.

Wer sich für eine Tätowierung entscheide, solle vorher mit einem Hautarzt allfällige Allergien abklären, empfiehlt das BAG. Zudem sei es wichtig, ein seriöses Tätowier-Studio zu wählen, das einen gepflegten Eindruck mache und eine gute Betreuung gewährleiste.

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