Generation Praktikum

Nur 60 Prozent der KV-Lehrabgänger haben unbefristete Stelle

Festanstellungen im kaufmännischen Bereich schwer zu haben

Festanstellungen im kaufmännischen Bereich schwer zu haben

Nur 60 Prozent der diesjährigen KV-Lehrabgängerinnen und -abgänger haben ein unbefristete Stelle. 25 Prozent haben eine befristete Stelle und 6 Prozent ein Praktikum, wie eine Umfrage des Kaufmännischen Verbandes Schweiz ergab.

Knapp 10 Prozent hätten noch keine Stelle gefunden, viele von ihnen absolvierten - wohl zum Teil gezwungenermassen - einen Sprachaufenthalt oder eine erste Weiterbildung, hiess es an einer Medienkonferenz in Zürich. Die Umfrage wurde im November in der Deutschschweiz gemacht. Es beteiligten sich etwas mehr als 400 Personen daran.

Erfreulich sei die Entwicklung seit Juli, sagte KV-Schweiz-Präsident und SP-Nationalrat Mario Fehr. Während damals erst etwa 63 Prozent eine erste Festanstellung hatten, waren es im November 84 Prozent. Unbefriedigend sei allerdings, dass ein beträchtlicher Anteil von etwa 30 Prozent lediglich einen befristeten Arbeitsvertrag besitze.

Es dürfe nicht sein, dass die nach abgeschlossener Lehre vollwertig einsetzbaren jungen Kaufleute mit Praktika als billige Arbeitskräfte beschäftigt würden, sagte Fehr. Dies komme einer Abwertung der Grundbildung gleich und öffne Lohndumping Tür und Tor.

Ferner kritisierte der KV-Präsident die bei der Umfrage festgestellte lohnmässige Diskriminierung der Frauen. So erhielten mehr als doppelt so viele junge Männer als junge Frauen einen Einstiegslohn zwischen 4500 und 5000 Franken. Hier sei noch viel Aufklärungsarbeit bei Arbeitgebern zu leisten.

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