Openleaks
Nun kommt Konkurrenz für Wikileaks

Ehemalige Mitarbeiter von Wikileaks gründen eine neue Plattform mit dem Namen Openleaks. Diese soll aber nicht nur allein durch eine Person getragen werden.

Andrea Marthaler
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Die Zukunft der Plattform Wikileaks ist ungewiss. Ihr Gründer, Julian Assange, steht wegen Vergewaltigung vor Gericht und kommt nur gegen Kaution frei. Doch bereits hat seine Whistleblower-Seite Nachahmer gefunden. Ehemalige Mitarbeiter von Wikileaks gründeten eine neue Enthüllungsplattform. Derzeit erscheint auf www.openleaks.org zwar nur das Logo und der Hinweis «kommt bald» doch die Homepage soll noch diese Woche online gehen.

Zwei wichtige Unterschiede soll Openleaks gegenüber Wikileaks aufweisen, erklärte der Isländer Herbert Snorrason der «Süddeutschen Zeitung». So soll die Plattform nicht allein durch eine Person getragen werden. «Ich hatte Julian Assange unter anderem vorgeworfen, dass er zu viel allein entscheidet», sagte Snorrason.

Nur Vermittler der Dokumente

Der grösste Unterschied wird aber sein, dass bei Openleaks die Dokumente nicht frei zugänglich gemacht werden. Die Plattform ist nur ein Mittler, eine Art elektronischer Briefkasten. Dokumente werden zwar hochgeladen, doch der Absender entscheidet selber, welche Organisation sie bekommen soll. Dies können Medien, Menschenrechtsgruppen oder Gewerkschaften sein.

Das Prinzip von Openleaks delegiert die Verantwortung damit an die Empfänger. Diese müssen die Fakten checken und entscheiden, was zur Veröffentlichung bestimmt ist und was nicht. «Um die Macht der Seite einzuschränken, trennen wir die Übermittlung von der Veröffentlichung», begründete Daniel Domscheit-Berg diesen Schritt gegenüber dem US-Magazin «Forbes». Der Mitgründer von Openleaks war bis Oktober noch Sprecher von Wikileaks.

Viel sicherer als E-Mails

Das System sei sicher, erklärte Herbert Snorrason gegenüber der «Süddeutschen Zeitung»: «Es basiert auf einem grossen Netzwerk mit Servern in etwa zehn Ländern.» Anders, als wenn man Dokumente per E-Mail verschickt, lasse sich auch der Absender nicht zurückverfolgen.

Wie Wikileaks wird auch die neue Plattform durch Spenden finanziert werden. Daneben sollen die beteiligten Organisationen monatlich einen Beitrag zwischen 200 und 500 Euro zahlen. Die Gründer schätzen, dass sich der finanzielle Aufwand für Openleaks bereits im ersten Jahr auf über 100000 Euro summieren wird.

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