Von Werner Schneiter

«Festakt im Freien unter der Autobahn-Raststätte und Übergabe der Nationalstrasse an die Eidgenossenschaft mit Ansprachen von Regierungsrat Markus Kägi sowie Bundesrat Moritz Leuenberger»: So steht es schwarz auf weiss in einer Einladung an die rund 200 «geladenen Gäste», welche diesem Festakt am Freitag, 13. November 2009, von 12 bis 12.30 Uhr beiwohnen dürfen. Sie bekommen dann auch noch die Formation der Korpsmusik und die Historischen Landjäger der Kantonspolizei zu hören.

Lange Zeit hiess es, die A4 durchs Knonauer Amt werde ohne bundesrätlichen Besuch über die Bühne gehen. Dies, nachdem mit der Eröffnung von Üetlibergtunnel/Westumfahrung im April dieses Jahres das grosse Fest gestiegen ist - eine Riesenfete, für die ein Budget von 5,5 Mio. Franken zur Verfügung stand. Für den nicht öffentlichen Festakt und die Verkehrsübergabe des 13 km langen Teilstücks zwischen Islisbergtunnel und Knonau sind gerade mal 100 000 Franken budgetiert worden - ein Klacks im Vergleich zu dem, was Ende April 2009 auf der Westseite des Üetlibergtunnels aufgewendet worden ist.

«Ein Missverständnis»

Immerhin verleiht nun nicht DJ Bobo, sondern allein die Anwesenheit des Schweizer Verkehrsministers der A4-Eröffnung ein gewisses Gewicht - dies, nachdem man lange Zeit davon ausgegangen ist, dass das Band von einem Zürcher Regierungsrat durchschnitten werde. «Das war ein Missverständnis», sagte Daniel Bach, Pressesprecher von Bundesrat Moritz Leuenberger auf Anfrage. «Sein Besuch im Säuliamt ist schon lange klar. Es handelt sich ja um einen wichtigen Schweizer Autobahnabschnitt», fügte er bei.
Das findet auch alt Nationalrat Rolf Hegetschweiler, Kämpfer der ersten Stunde für eine N4 durchs Knonauer Amt. «Es ist ja nicht irgendein Strassenstück, sondern eines mit einer 30-jährigen Leidensgeschichte». Ihn ärgert, dass die Autobahn nur in kleinem Rahmen dem Verkehr übergeben werden soll. «Der Kanton Zug veranstaltet dieses Wochenende auf der A4 einen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung, wogegen der Kanton Zürich nichts macht für die Öffentlichkeit und sich auf das Durchschneiden eines Bandes beschränkt».

Bauwerke genügend gefeiert

Thomas Maag von der Medienstelle der Baudirektion sagt dazu, dass sich der Regierungsrat schon im Juli 2008 für e i n Fest entschieden habe - aus finanziellen und logistischen Überlegungen. «Die Westumfahrung Zürich und die A4 im Knonauer Amt sind deshalb im April 2009 mit dem WestFest bereits gebührend gefeiert worden. 150 000 Besucherinnen und Besucher hatten Gelegenheit, sich über diese beiden Bauwerke von nationaler Bedeutung zu informieren», sagte Maag. Die A4-Verkehrsfreigabe vom 13. November 2009 in bescheidenem Rahmen durchzuführen, entspreche nichts anderem als dem Konzept des Regierungsrates. Im Weiteren, so Maag, habe der Kanton Zug die Gemeinden Knonau, Mettmenstetten, Affoltern und Hedingen zum Mitmachen am Erlebnistag «A4 hautnah» eingeladen. Aber aus allen vier Gemeinden sei aus den unterschiedlichsten Gründen eine Absage erteilt worden.