Grippeimpfung

Novartis liefert den Grippeimpfstoff zu spät

Bei Novartis und dem niederländischen Impfstoffhersteller Crucell – und damit bei zwei von insgesamt fünf Herstellern für die Schweiz – war es zu Lieferproblemen gekommen. Eine Gefahr für einen Versorgungsengpass besteht laut BAG aber nicht.

Beim Grippeimpfstoff kommt es zwar zu Lieferverzögerungen, aber nicht zu einem Versorgungsengpass. Dafür bestehe momentan keinerlei Gefahr, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Ärzteverband FMH übereinstimmend erklären. Bei Novartis und dem niederländischen Impfstoffhersteller Crucell – und damit bei zwei von insgesamt fünf Herstellern für die Schweiz – war es zu Lieferproblemen gekommen.

«Wir mussten bislang noch niemanden in den Arztpraxen zurückweisen», sagte Gert Printzen vom Zentralvorstand des Ärzteverbandes FMH der «Nordwestschweiz». Der Start der Impfsaison hat zudem noch nicht begonnen: Die ersten Impfaktionen in den Spitälern beginnen am 15.Oktober. Das BAG empfiehlt die Impfung zwischen dem 15.Oktober und 15.November. Die Hausärzte bekommen den Impfstoff Ende Oktober ausgeliefert. «Dann beginnen wir normalerweise mit dem Impfen», so Margot Enz Kuhn vom Hausärzteverband.

1,3 Millionen Impfdosen

«Jeder der will, kann sich auch jetzt schon impfen lassen», sagt BAG-Sprecherin Mona Neidhart. Der grösste Teil der insgesamt 1,3 Millionen Impfdosen für die Schweiz sei bereits ausgeliefert. Novartis und Crucell allerdings mussten den Beginn ihrer Auslieferung verschieben.

Von Crucell gab es dazu trotz Anfrage keine Stellungnahme. Auch Novartis hielt sich zurück. Vom Basler Pharmakonzern verlautet lediglich: Novartis hat den Beginn der Auslieferungen seiner saisonalen Grippeimpfstoffe für Europa, Kanada und Asien für die Grippesaison 2012–13 verschoben.» Die Lieferungen könnten sich um «einige Wochen verzögern». Zum Grund für die Verzögerung gab es trotz Nachfrage keine Angaben.

Folgen in Deutschland

In Deutschland sind die Lieferprobleme von Novartis – im Gegensatz zur Schweiz – zum Teil folgenreich: Denn der Konzern hat mit den Krankenkassen von einigen Bundesländern Rabattverträge geschlossen, sodass Patienten die Kosten nur erstattet bekommen, wenn sie sich mit dem Novartis-Produkt impfen lassen. Dies ist jedoch bislang nicht ausgeliefert.

Nach einer milden Grippesaison im vergangenen Jahr wird nun eine stärkere Grippewelle erwartet. Der Grund ist ein harter, gerade zu Ende gehender Grippewinter in Australien. Der Kontinent gilt generell als Indikator für den Verlauf in Europa.

In der Schweiz liessen sich die Nationalräte schon Ende September im Parlament impfen. Dies aber, weil im Oktober die Session schon zu Ende ist. Zudem sollen sie mit gutem Beispiel vorangehen. So liess sich SVP-Mann Toni Bortoluzzi im weissen T-Shirt mit Spritze am Oberarm fotografieren. Von den Lieferproblemen wusste er da wohl noch nichts.

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