Die nordkoreanische Regierung habe die IAEA-Inspektoren in der Atomanlage Yongbyon darüber informiert, das sie die Zusammenarbeit "mit sofortiger Wirkung" aufkündige, sagte IAEA-Sprecher Marc Vidricaire.

Die Inspektoren sollen künftig keinen Zutritt mehr zu der Anlage erhalten. Die Führung in Pjöngjang habe die IAEA darüber informiert, dass sie alle ihre Atomanlagen wieder betreiben und "verbrauchte Brennelemente wiederaufbereiten" wolle.

Pjöngjang hatte bereits angekündigt, den Verhandlungstisch dauerhaft zu verlassen. Damit will die nordkoreanische Regierung nach eigenen Angaben gegen das Vorgehen des UNO-Sicherheitsrats protestieren, der am Montag den Raketenstart Pjöngjangs Anfang des Monats verurteilt hatte. Pjöngjang bezeichnete die Verurteilung als "nicht hinnehmbare Beleidigung" der Nordkoreaner.

Das Vorgehen der UNO stelle einen Übergriff auf die Souveränität des Landes dar, erklärte das nordkoreanische Aussenministerium. Der Atomreaktor von Yongbyon werde deshalb wieder angefahren. In der Anlage könne waffentaugliches Plutonium hergestellt werden.

Nordkorea hatte vor mehr als einem Jahr damit begonnen, den Reaktor in Yongbyon zu zerlegen. Dies war Teil einer Vereinbarung der Sechser-Gespräche der beiden koreanischen Staaten, Chinas, Japans, Russlands und der USA.

Die USA haben die Ausweisung der Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus Nordkorea scharf kritisiert. Aussenministerin Hillary Clinton nannte die Entscheidung eine "unnötige Reaktion".