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Noch nie lag am Jahresende so wenig Schnee

Der Dezember 2016 ist der schneeärmste seit Messbeginn.

Der Dezember 2016 ist der schneeärmste seit Messbeginn.

So wenig Schnee zum Jahresende gab es in der Schweiz seit mindestens 125 Jahren nicht. Der Bund will in Zukunft vor Trockenheit als Naturgefahr warnen.

Noch nie lag in der Schweiz am Jahresende so wenig Schnee wie 2016. «Der Dezember 2016 kann als schneeärmster Dezember seit Messbeginn bezeichnet werden», schreibt das Institut für Schnee- und Lawinenforschung laut «SonntagsZeitung». Der Dezember 2016 ist somit der schneeärmste seit mindestens 125 Jahren. 

Von einer «aussergewöhnlichen Situation» spricht Massimilano Zappa von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. «In früheren Jahren gab es mindestens in den höheren Lagen Schnee, wenn zum Teil auch nur wenig», so Zappa gegenüber der Zeitung. «Jetzt sieht man Bilder wie am Lauberhorn oder in Adelboden, wo neben der beschneiten Piste überhaupt kein Schnee liegt. Solche Bilder habe ich kurz vor Austragung der Rennen noch nie gesehen.»

Von einer «Laune der Natur», spricht Stephan Bader von Meteo Schweiz. Langfristig betrachtet, zeigten die Winter auf der Alpennordseite «eine klare Tendenz zu mehr Niederschlag». Künftig sei eine weitere leichte Zunahme der Winterniederschläge zu erwarten. Grund ist der Klimawandel. Mit den steigenden Temperaturen werde die Schneefallgrenze jedoch nach oben verschoben, sagt Reto Knutti, Professor und Klimaforscher der ETH Zürich. Es gebe also mehr Tage mit Regen und weniger Schnee. «Der Schnee kommt zudem später im Jahr und ist schneller wieder weg.»

Laut einer ersten Bilanz von Meteo Schweiz gehört 2016 zu den zehn wärmsten Jahren seit Messbeginn, das heisst seit 150 Jahren. Im Mitteland herrschte im Dezember zudem eine Rekord-Trockenheit.

Bund erklärt Trockenheit zur Naturgefahr

Der Bund will in Zukunft nicht nur vor Hochwasser, Lawinen und Erdbeben warnen, sondern auch vor Phasen ausgeprägter Trockenheit. Das schreibt die «NZZ am Sonntag». «Es ist geplant, die Prognosen von Trockenperioden in die Aktivitäten der Bundesfachstellen für Naturgefahren aufzunehmen», sagt Barbora Neveršil, Sprecherin des Bundesamts für Umwelt. 

Die Trockenheit soll als Naturgefahr auf der entsprechenden Website des Bundes aufgeführt werden. Auch die Warnungen vor Waldbrandgefahr sollen zuverlässiger werden – etwa mittels Sonden, die die Feuchtigkeit im Boden messen, sowie lokalen Beobachtungen, statistischen Daten und einer Waldbranddatenbank. (cze)

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