Reformierte Kirche

Noch mehr Probleme an der Kirchenspitze: Die Reformierten stehen vor einem Scherbenhaufen

Unter den Reformierten rumort es. Im Bild: Das Denkmal zu Ehren des Reformators Huldrych Zwingli in Zürich.

Unter den Reformierten rumort es. Im Bild: Das Denkmal zu Ehren des Reformators Huldrych Zwingli in Zürich.

Lügen und Grenzverletzungen, Misstrauen und Streit, heimliche Affäre und teure Alleingänge: Die Kirchenspitze gibt kein gutes Bild ab.

Gehofft wurde auf einen Befreiungsschlag: Am Montag wollte die reformierte Kirche reinen Tisch machen und erklären, warum Gottfried Locher als höchster Reformierter der Schweiz zurücktreten musste.

Und jetzt? Zwar gab es in Bezug auf Locher durchaus Klärung. Doch inzwischen kommen immer neue Vorwürfe an den Tag, die darüber hinaus ein schlechtes Licht auf die ganze Kirchenspitze werfen. Am Montagabend veröffentlichte die Kirche, nach einigem Zögern, einen Bericht der Geschäftsprüfungskommission. Er stellt den Verantwortlichen kein gutes Zeugnis aus. Im siebenköpfigen Führungsgremium waren demnach schon unter Locher die Spannungen gross, sein eigenmächtiger Führungsstil stand in der Kritik. Zweimal wurde – erfolglos – eine Mediation durchgeführt. Auch bei der Aufarbeitung des Falles Locher erhält die Kirchenspitze keine guten Noten: Der Rat war zerstritten, es herrschte Misstrauen. Und der Rat habe «die Herrschaft über das Verfahren» verloren. Statt selbst zu handeln, liess sich die Kirchenführung vor den Anwälten der Parteien sagen, was zu tun sei.

Lochers Vize betrieb die Absetzung heimlich – und mit viel Geld

Im Fokus steht nun besonders Lochers Stellvertreterin Esther Gaillard. Sie hat seit November 2019 gewusst, dass eine Ex-Mitarbeiterin der Kirche Locher Grenzverletzungen vorwarf. Gaillard nahm sich der Sache an. Sie tat dies aber heimlich. Und dabei arbeitete Gaillard auf Lochers Absetzung hin. Sie organisierte ohne Wissen der übrigen Ratsmitglieder Anwälte und Kommunikationsfachleute. Die Kosten bis heute: rund 180'000 Franken. Einzig eine Kirchenrätin war eingeweiht. Und dies war ausgerechnet Sabine Brändlin, die selbst bis kurz zuvor eine – allseits verheimlichte – Affäre mit Locher hatte. Einen Grund für eine Befangenheit sahen die Frauen darin nicht.

Und nun? Der Chef ist weg. Man lässt untersuchen, ob er seine Macht missbraucht hat, um Frauen (zu) nahe zu kommen. Der Rest der Kirchenspitze hat sich ebenfalls nicht als Problemlöser empfohlen und das Kirchenparlament tagte am Montag unter so chaotischen Bedingungen, dass eine Aufarbeitung erschwert war. Nach nur einem Jahr scheint die neue zentralisierte Kirchenstruktur, die sich die Reformierten auf Drängen Lochers gegeben hatten, am Anschlag. Peter Ruch hinterfragt deshalb die ganze Kirchenorganisation. Er wirkte früher als Pfarrer in Küssnacht. Er taxiert Lochers Frauengeschichten im Berufsmilieu zwar als Hochrisikoverhalten, sieht ihn aber auch als Zielscheibe einer Intrige. Alles in allem habe Locher den Rat gut geführt, der Abgang sei verfrüht. «Ein Rücktritt in der Krise schwächt die Institution.» Ruch zweifelt, ob die Kirche in ihrem aktuellen Zustand eine profilierte Person für die Nachfolge findet. «Der Rat neigt offensichtlich dazu, sich mit sich selber zu beschäftigen. Vielleicht wäre es zielführender, wenn sich die Kantonalkirchen nach dem Modell einer Direktorenkonferenz absprechen würden», hinterfragt er die heutigen Strukturen. Die Diskussionen bei den Reformierten dürften nicht so rasch enden.

Das sind die Schlüsselfiguren im Skandal:

Gottfried Locher: Der gefallene Star der Kirche

Eloquent, charmant, weltgewandt: Locher verlieh der Reformierten Kirche seit 2011 ein modernes Gesicht. Schattenseiten traten erst langsam zutage. Locher war machtbewusst, setzte auf eine Zentralisierung der Kirche und hatte ein veraltetes Frauenbild. Intern war seine Führung umstritten. Inwiefern Vorstösse von Ratsmitgliedern aufgenommen wurden, entschied teils er alleine - laut einem Bericht der Geschäftsprüfungskommission. Lange konnte er Kritik unter dem Deckel halten. Um unliebsame Artikel zu verhindern, nutzte Locher PR-Berater und Anwälte. Zwar gab es 2018 Widerstand gegen eine Wiederkandidatur, doch er siegte. Inzwischen ist Locher zurückgetreten und der gefallene Star der Kirche: Er soll in mehreren Fällen seine Macht ausgenutzt haben, um Frauen auch gegen deren Willen nahe zu kommen. Zudem hatte der verheiratete Familienvater eine Affäre mit Ratskollegin Sabine Brändlin. Um seine Wiederwahl nicht zu gefährden, soll er diese jedoch abgestritten haben. Gegenüber der Geschäftsprüfungskommission sprach Locher von einer Intrige. Seither schweigt er. (lfh)

Eloquent, charmant, weltgewandt: Locher verlieh der Reformierten Kirche seit 2011 ein modernes Gesicht. Schattenseiten traten erst langsam zutage. Locher war machtbewusst, setzte auf eine Zentralisierung der Kirche und hatte ein veraltetes Frauenbild. Intern war seine Führung umstritten. Inwiefern Vorstösse von Ratsmitgliedern aufgenommen wurden, entschied teils er alleine - laut einem Bericht der Geschäftsprüfungskommission. Lange konnte er Kritik unter dem Deckel halten. Um unliebsame Artikel zu verhindern, nutzte Locher PR-Berater und Anwälte. Zwar gab es 2018 Widerstand gegen eine Wiederkandidatur, doch er siegte. Inzwischen ist Locher zurückgetreten und der gefallene Star der Kirche: Er soll in mehreren Fällen seine Macht ausgenutzt haben, um Frauen auch gegen deren Willen nahe zu kommen. Zudem hatte der verheiratete Familienvater eine Affäre mit Ratskollegin Sabine Brändlin. Um seine Wiederwahl nicht zu gefährden, soll er diese jedoch abgestritten haben. Gegenüber der Geschäftsprüfungskommission sprach Locher von einer Intrige. Seither schweigt er. (lfh)

Sabine Brändlin: Vorzeigefrau stolpert über Liebesbeziehung

Sie stand für Fortschritt, sie war die Hoffnungsträgerin der Progressiven in der Kirche: Dass die Reformierten 2019 Ja zur Ehe für alle sagten, war auf das Wirken der Baselbieter Pfarrerin Sabine Brändlin zurückzuführen, die seit 2016 im Kirchenrat, dem obersten Führungsgremium der Reformierten, sass. Sie wusste bereits im Januar von den Vorwürfen einer Ex-Angestellten gegen Locher. Obwohl sie selbst bis im vergangenen Oktober mit dem obersten Reformierten eine Affäre hatte, half sie nun Vizepräsidentin Esther Gaillard bei der heimlichen Aufarbeitung der Vorwürfe gegen ihren Ex-Liebhaber. Erst spät, nämlich im April, machte sie ihre Affäre gegenüber den anderen Kirchenräten publik. Diese fühlten sich getäuscht, rätselten, ob Brändlin und Locher 2018 wiedergewählt worden wären, hätte die Kirchenbasis davon gewusst. Als Brändlin ratsintern zum Rücktritt aufgefordert wurde, tat sie dies. Im letzten Moment wich sie von der vereinbarten Kommunikation ab und preschte selbst vor. Sie machte Andeutungen, schwieg aber dann doch. Ihre Kommunikation stiess die Krise mit an. (lfh)

Sie stand für Fortschritt, sie war die Hoffnungsträgerin der Progressiven in der Kirche: Dass die Reformierten 2019 Ja zur Ehe für alle sagten, war auf das Wirken der Baselbieter Pfarrerin Sabine Brändlin zurückzuführen, die seit 2016 im Kirchenrat, dem obersten Führungsgremium der Reformierten, sass. Sie wusste bereits im Januar von den Vorwürfen einer Ex-Angestellten gegen Locher. Obwohl sie selbst bis im vergangenen Oktober mit dem obersten Reformierten eine Affäre hatte, half sie nun Vizepräsidentin Esther Gaillard bei der heimlichen Aufarbeitung der Vorwürfe gegen ihren Ex-Liebhaber. Erst spät, nämlich im April, machte sie ihre Affäre gegenüber den anderen Kirchenräten publik. Diese fühlten sich getäuscht, rätselten, ob Brändlin und Locher 2018 wiedergewählt worden wären, hätte die Kirchenbasis davon gewusst. Als Brändlin ratsintern zum Rücktritt aufgefordert wurde, tat sie dies. Im letzten Moment wich sie von der vereinbarten Kommunikation ab und preschte selbst vor. Sie machte Andeutungen, schwieg aber dann doch. Ihre Kommunikation stiess die Krise mit an. (lfh)

Esther Gaillard: Lochers Vize gab heimlich Geld aus

Wochenlang war sie abgetaucht. Esther Gaillard, Ratsvizepräsidentin und Stellvertreterin von Gottfried Locher, liess die Öffentlichkeit nicht wissen, warum der oberste Reformierte gehen musste. Und noch heute nennt sie die Dinge nicht direkt beim Namen, weder bei Lochers Affäre noch bei den sogenannten «Grenzverletzungen». Lochers Stellvertreterin scheint von den Drohungen der Anwälte ihres Ex-Chefs eingeschüchtert. Das ist erstaunlich, denn sie hat eigentlich engagiert gehandelt. Sie hat gar zielstrebig auf Lochers Absetzung hingearbeitet. Seit November wusste sie von den Vorwürfen einer früheren Mitarbeiterin gegenüber Locher. Gaillard machte sich an die Aufarbeitung, allerdings auf merkwürdige Weise: Heimlich an den anderen Ratsmitgliedern vorbei organisierte sie für 177 000 Franken (Stand heute) Anwälte und Kommunikationsspezialisten, die auch Lochers Suspendierung diskutierten. Einzig Ratsmitglied Sabine Brändlin war eingeweiht. Die Geschäftsprüfungskommission der Kirche zeigt dafür ein gewisses Verständnis. Gaillard habe die betroffene Frau schützen wollen und aufgrund des Klimas im Rat «keinen anderen Weg» gesehen. Trotzdem tat Gaillard den letzten Schritt nicht: Der Rat wagte es nie, Locher zu suspendieren. Mit einer offenen Kommunikation baute sie in den letzten Tagen wieder Vertrauen auf. Als Nachfolgerin Lochers dürfte sie kaum in Frage kommen. (lfh)

Wochenlang war sie abgetaucht. Esther Gaillard, Ratsvizepräsidentin und Stellvertreterin von Gottfried Locher, liess die Öffentlichkeit nicht wissen, warum der oberste Reformierte gehen musste. Und noch heute nennt sie die Dinge nicht direkt beim Namen, weder bei Lochers Affäre noch bei den sogenannten «Grenzverletzungen». Lochers Stellvertreterin scheint von den Drohungen der Anwälte ihres Ex-Chefs eingeschüchtert. Das ist erstaunlich, denn sie hat eigentlich engagiert gehandelt. Sie hat gar zielstrebig auf Lochers Absetzung hingearbeitet. Seit November wusste sie von den Vorwürfen einer früheren Mitarbeiterin gegenüber Locher. Gaillard machte sich an die Aufarbeitung, allerdings auf merkwürdige Weise: Heimlich an den anderen Ratsmitgliedern vorbei organisierte sie für 177 000 Franken (Stand heute) Anwälte und Kommunikationsspezialisten, die auch Lochers Suspendierung diskutierten. Einzig Ratsmitglied Sabine Brändlin war eingeweiht. Die Geschäftsprüfungskommission der Kirche zeigt dafür ein gewisses Verständnis. Gaillard habe die betroffene Frau schützen wollen und aufgrund des Klimas im Rat «keinen anderen Weg» gesehen. Trotzdem tat Gaillard den letzten Schritt nicht: Der Rat wagte es nie, Locher zu suspendieren. Mit einer offenen Kommunikation baute sie in den letzten Tagen wieder Vertrauen auf. Als Nachfolgerin Lochers dürfte sie kaum in Frage kommen. (lfh)

Pierre de Salis: Das überforderte Kontrollorgan

Das Parlament ist das Kontrollorgan gegenüber den Regierenden. Doch bei den Reformierten versagt es, das Kirchenparlament ist nicht krisentauglich. Dies zeigte am Montag die Synode, wie die Versammlung des Kirchenparlamentes genannt wird. Sinnbildlich dafür stehen Synodepräsident Pierre de Salis (NE) und seine Stellvertreterin Barbara Damaschke-Bösch (SG). Beide wirkten heillos überfordert: Die Führung der Sitzung war chaotisch. Immer wieder mussten Pausen eingeschoben werden, damit die beiden juristische Fragen abklären konnten. Anträge waren unklar, es gab Lacher und Kopfschütteln im Saal. Nicht immer war klar, was überhaupt beschlossen worden war. Es zeigte sich auch: Die Strukturen im Parlament, das erstmals so tagte, fehlen. Abläufe sind nicht eingeübt. Und ohne Strukturen und Abläufe ist ein Parlament nun mal nicht handlungsfähig. Hinzu kommt: Die Mehrheit der Parlamentarier hatte den Ernst der Lage nicht erkannt. Sie sahen nicht ein, dass es höchste Zeit für Transparenz war. Und so wollte eine Mehrheit des Kirchenparlamentes am Montag gar die Öffentlichkeit von der Diskussion ausschliessen. Die Aufarbeitung des Falles Locher hätte aus ihrer Sicht verschwiegen und hinter verschlossenen Türen stattfinden sollen. Dieses Ansinnen scheiterte nur ganz knapp an der dafür nötigen Zweidrittelmehrheit. (lfh)

Das Parlament ist das Kontrollorgan gegenüber den Regierenden. Doch bei den Reformierten versagt es, das Kirchenparlament ist nicht krisentauglich. Dies zeigte am Montag die Synode, wie die Versammlung des Kirchenparlamentes genannt wird. Sinnbildlich dafür stehen Synodepräsident Pierre de Salis (NE) und seine Stellvertreterin Barbara Damaschke-Bösch (SG). Beide wirkten heillos überfordert: Die Führung der Sitzung war chaotisch. Immer wieder mussten Pausen eingeschoben werden, damit die beiden juristische Fragen abklären konnten. Anträge waren unklar, es gab Lacher und Kopfschütteln im Saal. Nicht immer war klar, was überhaupt beschlossen worden war. Es zeigte sich auch: Die Strukturen im Parlament, das erstmals so tagte, fehlen. Abläufe sind nicht eingeübt. Und ohne Strukturen und Abläufe ist ein Parlament nun mal nicht handlungsfähig. Hinzu kommt: Die Mehrheit der Parlamentarier hatte den Ernst der Lage nicht erkannt. Sie sahen nicht ein, dass es höchste Zeit für Transparenz war. Und so wollte eine Mehrheit des Kirchenparlamentes am Montag gar die Öffentlichkeit von der Diskussion ausschliessen. Die Aufarbeitung des Falles Locher hätte aus ihrer Sicht verschwiegen und hinter verschlossenen Türen stattfinden sollen. Dieses Ansinnen scheiterte nur ganz knapp an der dafür nötigen Zweidrittelmehrheit. (lfh)

Ulrich Knoepfel: Der Seriöse

Ulrich Knoepfel ist ein Mann der klaren Verhältnisse: Als bekannt wurde, dass die beiden Ratsmitglieder Locher und Brändlin eine Affäre hatten, die sie verschwiegen, forderte der Glarner Pfarrer und Kirchenrat beide zum Rücktritt auf. Das Vertrauen war weg, weil sie beide den Rat getäuscht hatten. Und auch nur dank Knoepfel weiss die reformierte Kirchenbasis überhaupt, was vorgefallen war. Am Montag legte er an der Synode die Fakten auf den Tisch. Dass er dies als Privatperson tat – und der Rat offiziell schwieg –, ist bezeichnend für die schlingernde Krisenkommunikation der Reformierten. Weniger für klare Verhältnisse konnte er offenbar im Rat selbst sorgen: Diesem attestiert die Geschäftsprüfungskommission, es habe intern seit geraumer Zeit Spannungen und Misstrauen gegeben. (lfh)

Ulrich Knoepfel ist ein Mann der klaren Verhältnisse: Als bekannt wurde, dass die beiden Ratsmitglieder Locher und Brändlin eine Affäre hatten, die sie verschwiegen, forderte der Glarner Pfarrer und Kirchenrat beide zum Rücktritt auf. Das Vertrauen war weg, weil sie beide den Rat getäuscht hatten. Und auch nur dank Knoepfel weiss die reformierte Kirchenbasis überhaupt, was vorgefallen war. Am Montag legte er an der Synode die Fakten auf den Tisch. Dass er dies als Privatperson tat – und der Rat offiziell schwieg –, ist bezeichnend für die schlingernde Krisenkommunikation der Reformierten. Weniger für klare Verhältnisse konnte er offenbar im Rat selbst sorgen: Diesem attestiert die Geschäftsprüfungskommission, es habe intern seit geraumer Zeit Spannungen und Misstrauen gegeben. (lfh)

Christoph Weber: Der Aufräumer

Wie geht Krisenkommunikation? Wie bringt man dabei seine Interessen voran? Bei ihren Kantonalkirchen könnten die Schweizer Reformierten noch etwas abschauen: Insbesondere der Aargauer Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg und sein Zürcher Kollege Michel Müller haben dafür gesorgt, dass die Kirche die Causa Locher thematisieren muss. Sie haben die Vorwürfe mittels einer Interpellation in die Öffentlichkeit katapultiert und die Aufarbeitung in Gang gebracht, allerdings auch mit unbeabsichtigten Folgeschäden für die Kirche. Und sie haben die Diskussion in der Synode mit ihrer Professionalität geprägt. Weil sie schon länger als Kritiker Lochers gelten, wird ihnen vorgeworfen, die Krise für ihre Interessen genutzt zu haben. (lfh)

Wie geht Krisenkommunikation? Wie bringt man dabei seine Interessen voran? Bei ihren Kantonalkirchen könnten die Schweizer Reformierten noch etwas abschauen: Insbesondere der Aargauer Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg und sein Zürcher Kollege Michel Müller haben dafür gesorgt, dass die Kirche die Causa Locher thematisieren muss. Sie haben die Vorwürfe mittels einer Interpellation in die Öffentlichkeit katapultiert und die Aufarbeitung in Gang gebracht, allerdings auch mit unbeabsichtigten Folgeschäden für die Kirche. Und sie haben die Diskussion in der Synode mit ihrer Professionalität geprägt. Weil sie schon länger als Kritiker Lochers gelten, wird ihnen vorgeworfen, die Krise für ihre Interessen genutzt zu haben. (lfh)

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