Grosjean konnte 16'756 Stimmen auf sich vereinen, Erard 16'547. Das absolute Mehr lag bei 20'375 Stimmen. Der zweite Wahlgang für die Ersatzwahl des unter Druck zurückgetretenen Regierungsrats Frédéric Hainard (FDP) findet am 21. November statt. Die Stimmbeteiligung lag bei tiefen 32,1 Prozent.

Grosjean bezeichnete das Wahlresultat am Sonntag als "angenehme Überraschung". Erard hingegen zeigte sich enttäuscht. Das Resultat sei unter den Erwartungen des linken Lagers, sagte er.

Die übrigen, allesamt bürgerlichen Kandidaten lagen weit hinter den beiden Favoriten zurück: Auf Platz drei kam BDP-Mann Pierre-Alain Storrer mit 2049 Stimmen. Storrer, der einst Mitglied der FDP und später der SVP war, kündigte noch am Sonntag an, sich zurückzuziehen und den FDP-Kandidaten zu unterstützen.

Linke will Mehrheit zurück

Die Linke hatte sich auf eine Kandidatur geeinigt, in der Hoffnung, auf diese Weise die Mehrheit in der Neuenburger Regierung zurückzugewinnen. Im Frühling 2009 war der grüne Regierungsrat Fernand Cuche abgewählt worden. Neu in die Exekutive gewählt wurde damals Frédéric Hainard.

Der frühere stellvertretende Chef der Neuenburger Sicherheitspolizei geriet aber rasch unter Druck. Ihm wurden Vetternwirtschaft und Amtsmissbrauch vorgeworfen, das Kantonsparlament setzte in der Folge eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) ein. Ende August trat Hainard zurück.

Der grüne Kandidat Erard war mit dem Handicap angetreten, Präsident der PUK gewesen zu sein. Hainard kündigte rechtliche Schritte an: Erard habe gewusst wie er ihn "lynchen" könne, um anschliessend seinen Platz in der Regierung zu übernehmen. Nach den Wahlen im Frühling 2009 setzte sich die Neuenburger Regierung aus drei FDP- und zwei SP-Mitgliedern zusammen.