Militärische und wirtschaftliche Sanktionen lehne sie ab, weil sie die Situation im Iran nur verschlimmern würden, sagte Ebadi der südkoreanischen Zeitung "Chosun Ilbo".

Gleichwohl könne die internationale Öffentlichkeit zu einer Demokratisierung des Landes beitragen. Ebadi kündigte an, ihre Kampagne gegen die Zensur im Iran auszuweiten.

Die Nobelpreisträgerin verurteilte bei ihrem Besuch in Südkorea die Festnahme von oppositionellen Demonstranten, die im Juni gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad protestiert hatten. "Ich nehme keine politische Haltung ein, aber ich lehne die gewaltsame Unterdrückung durch die Regierung ab." Die Gewalt müsse aufhören und alle Häftlinge freigelassen werden.

Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Präsidentenwahl müssen sich derzeit rund hundert Demonstranten vor Gericht verantworten, darunter auch eine Französin und iranische Angestellte der britischen und französischen Botschaft.

Nach internationalem Protest gegen die Gerichtsverhandlung wies der Iran erneut eine "Einmischung" in seine inneren Angelegenheiten zurück. Der Prozess verlaufe im Einklang mit "internationalem Recht", die Reaktionen des Westen seines "illegal und verwunderlich", sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Hassan Ghaschghawi, laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.