Die «No Billag»-Initiative schwebt wie ein Damoklesschwert über der Service-public-Debatte. Wollen Sie die SRG vernichten?

Olivier Kessler: Keineswegs. Unsere Initiative richtet sich nicht gegen die SRG, sondern gegen den Billag-Gebührenzwang. Wir wollen, dass die SRG freier wirtschaften und ihr Programmangebot so gestalten kann, wie sie es für richtig hält. Bloss soll sie dies auf dem freien Markt finanzieren müssen. So, wie andere Unternehmen auch.

Bis anhin unterstützen gerade mal fünf Parlamentarier Ihre Initiative. Das wirkt nicht gerade schlagkräftig. 

Viele Politiker halten sich zurück aus Angst, von den SRG-Sendern nicht mehr berücksichtigt zu werden. Doch letztlich wollen wir so oder so nicht die Politiker, sondern die Stimmbevölkerung überzeugen.

Der Bundesrat hat sich gegen einen Gegenvorschlag zur Initiative entschieden. Hat Sie das überrascht?

Ja. Das hätte dem Stimmbürger eine grössere Auswahl gelassen. Jetzt stellt sich ihm eine ganz prinzipielle Frage: Will ich exorbitant hohe Zwangsgebühren bezahlen oder selbst entscheiden, wofür ich mein hart erarbeitetes Geld ausgeben möchte?

Das heisst, Sie halten so oder so an Ihrer Initiative fest, egal, was das Parlament im Zuge der Service-public-Debatte entscheidet?

Selbstverständlich. Es geht uns nicht um die Höhe der Gebühren für die SRG, sondern ums Prinzip: Kein Bürger soll vom Staat gezwungen werden dürfen, TV- und Radiogebühren zu zahlen, wenn man die Angebote nicht in Anspruch nehmen will. Mit unserem ordnungspolitischen Anliegen wollen wir für mehr Wettbewerb, eine vielfältigere
Medienlandschaft und tiefere Preise sorgen.