Damit ist die Schweiz für Banden und Diebe Zielland Nummer eins in Europa - dicht gefolgt von Dänemark mit 805 Einbrüchen, schreibt die «Schweiz am Sonntag». Ganz anders sieht es dagegen bei den Nachbarländern aus. Zwar steigt auch in Deutschland die Zahl der Einbrüche, doch auf 100 000 Einwohner kommen dort lediglich 148 Einbrüche. In Österreich sind es 187.

«Es scheint ganz so, als kämen mehr als in anderen Ländern Personen mit kriminellen Absichten als Asylbewerber oder illegal in die Schweiz», sagt Martin Killias, Kriminologe der Universität Zürich. Er ist wenig erstaunt: «Gerade für internationale Banden ist die Schweiz ein attraktives Ziel - es gibt einiges zu holen und wird man erwischt, passiert wenig.»

Handlungsbedarf sieht der Präsident der Schweizerischen Kriminalkommission (SKK) und Kommandant der Kantonspolizei Bern, Stefan Blättler, beim Strafrecht: «Es braucht eine Veränderung im Strafrecht und zwar hin zu härteren Strafen.» Das hiesige Rechte würden Menschen, die selber nichts haben, nicht abschrecken. «Für sogenannte Kriminaltouristen ist die Schweiz ein Honigtopf», sagt Blättler.

Als Lösung schlägt der Kriminalkommissions-Chef die Wiedereinführung von kurzen Freiheitsstrafen und neue Haftgründen vor. «Besteht bei einer Person der Verdacht auf bandenmässige Delikte, sollte es möglich sein, ihn länger festzuhalten. Heute reicht die Zeit meist nur, um einen einzelnen Einbruch nachzuweisen.» Die Ergebnisse der Analysen würden oft erst Tage oder Wochen später folgen. «Die Leute sind dann aber über alle Berge, oder - noch schlimmer - führen ihre kriminelle Tätigkeit weiter», sagt Blättler.