Nigeria

Nigerianischer Rebellenführer freigelassen

Henry Okah akzeptiert Angebot (Archiv)

Henry Okah akzeptiert Angebot (Archiv)

In Nigeria ist der seit mehr als anderthalb Jahren inhaftierte prominente Rebellenführer Henry Okah freigelassen worden. Die Anklage wegen Hochverrats sei nach einer Amnestie des Präsidenten Umaru Yar'Adua fallengelassen worden, teilte Okahs Anwalt mit.

Okah sagte vor Journalisten, er sei "glücklich" über seine Freilassung. Er wurde verdächtigt, Anführer der Bewegung für die Befreiung des Nigerdeltas (MEND) zu sein. Seine Freilassung gehörte zu den wichtigsten Forderungen der Rebellen.

Die Gruppe ist für zahlreiche Anschläge auf Ölförderanlagen in der Region verantwortlich. Sie forderte eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an den Einnahmen aus dem nigerianischen Ölgeschäft.

Wenige Stunden vor Okahs Freilassung hatten Anhänger der Rebellengruppe bei einem Angriff in der nigerianischen Hauptstadt Lagos mindestens fünf Menschen getötet.

Sie setzten ein Dock für Öltanker in Brand, lieferten sich Schusswechsel mit der Marine und sprengten Leitungen in die Luft. Bei den Toten handelte es sich nach Angaben von Sicherheitskräften um Ölarbeiter.

Der Führer der Befreiungsbewegung für das Nigerdelta (MEND) steht wegen Verrats und Waffenhandels vor Gericht. Seine Anhänger hatten erklärt, die Freilassung Okahs sei Voraussetzung für eine Waffenruhe. Auch nach dem Amnestieangebot hatte MEND mehrere Anschläge auf Ölförderanlagen im Delta verübt.

Ob eine Freilassung Okahs auch das Ende der Anschläge bedeutet, ist unklar. MEND-Sprecher Jomo Gbomo sagte, Okah habe eine "individuelle Entscheidung" getroffen, als er das Amnestieangebot annahm. "Wenn Okah lebend herauskommt und uns bittet, die Waffen niederzulegen, werden wir gehorchen."

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