Niederamt

Der Kanton nimmt den Vorschlag von zehn Niederämter Gemeinden mit der Führung einer Sek P (Progymnasium) an zwei Standorten «sehr ernst». Dies ist die Konsequenz einer Sitzung mit Regierungsrat Klaus Fischer in der Kreisschule Mittelgösgen.

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Am Dienstagabend trafen sich in der Kreisschule Mittelgösgen Vertreterinnen und Vertreter der Kreisi sowie des Oberstufenstandortes Schönenwerd; Abgeordnete der zehn Gemeinden Däniken, Eppenberg-Wöschnau, Gretzenbach, Lostorf, Niedergösgen, Obergösgen, Rohr, Schönenwerd, Stüsslingen und Winznau zu einer Sitzung.

Ebenfalls zugegen waren seitens des Kantons Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur (DBK), Klaus Fischer; Andreas Walter, Vorsteher des Amts für Volksschule und Kindergarten (AVK); Andreas Brand, Vorsteher des Amts für Mittel- und Hochschulen (AMH) sowie Reto Vescovi, Projektleiter Umsetzung Schulreform.

«Nehmen Vorschlag sehr ernst»

Am Mittwochmorgen orientierten Gretzenbachs Gemeindepräsident Hanspeter Jeseneg und der Schulleiter der Oberstufe Schönenwerd, Thomas von Felten, im Namen beider Schulstandorte und aller zehn involvierten Gemeinden über den Ausgang der Sitzung. Klaus Fischer, so Jeseneg, habe dabei die Arbeit der zehn Gemeinden «über die Aare hinweg» und der beiden Schulleitungen gewürdigt; eine Zusammenarbeit, die vor einigen Jahren «fast nicht vorstellbar» gewesen sei. Dabei habe der Bildungsdirektor «unseren Vorschlag sehr ernst genommen».

Dieser sieht die Führung eines P-Zuges mit je einer Klasse an beiden Standorten vor. Geprüft habe man noch drei andere Varianten, so Jeseneg: Die Führung eines zentralen P-Standortes in Olten, ein Zugang zur Kantonsschule Aarau, die Führung eines einzigen P-Standortes im Niederamt mit zwei Klassen und eben jene, die die zehn erwähnten Gemeinden bevorzugen und den sie beim Regierungsrat beantragten.

Ein Antrag mit Auflagen

Das DBK, so Jeseneg weiter, habe im Vorfeld die verschiedenen Varianten gegeneinander abgewogen und auf regionale, finanzielle und pädagogische Aspekte hin überprüft. Dabei hätten, nach Auskunft der DBK-Vertreter, «wegen unseres grossen Willens» die regionalen Aspekte überwogen. Das DBK wolle demzufolge dem Regierungsrat den Antrag stellen, die von den zehn Gemeinden bevorzugte Variante (zwei P-Standorte mit je einer Klasse) zu bewilligen.

Jedoch sei dieser Antrag mit Auflagen verbunden:

– Die genannte Variante ist zunächst auf sechs Jahre befristet (mit der Option auf Fortführung nach einer Überprüfung).

– Die Organisation muss zwingend unter einem Dach koordiniert werden.

– Ein allfälliger Schüleraustausch muss gewährleistet werden.

Dieser letzte Punkt, so Jeseneg und von Felten, würde allenfalls zwei bis drei Schülerinnen und Schüler alle zwei Jahre aus den Gemeinden Däniken und Niedergösgen betreffen, welche, basierend auf Freiwilligkeit, helfen könnten, die Bestände an der Kreisschule Mittelgösgen aufzufüllen, falls dies notwendig wäre.

Dies sei aber, basierend auf der demographischen Entwicklung gerade von Gemeinden wie Lostorf oder Stüsslingen, «eher unwahrscheinlich. Entsprechend werden diese Auflagen von allen zehn Gemeinden so akzeptiert», fassten Jeseneg und von Felten das Ganze zusammen.

Mehrkosten von 300 000 Franken

Die beiden räumten ein, dass eine Lösung mit einem alleinigen P-Standort Olten kostengünstiger gewesen wäre. Die Lösung P-Standort Niederamt an beiden Schulen verursachten Mehrkosten von rund 300 000 Franken pro Jahr für den Kanton. Aber dessen Vertreter hätten sich überzeugen lassen, dass die regionale Gewichtung auch in finanzieller Hinsicht höher zu werten sei. (mz/bw/ufl)