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«Nicht Platz für alle»

Die Bahn in den Boden? Ein Tunnel für den motorisierten Privatverkehr? Ein Nebeneinander von Bahn und Auto? Das Dietiker Parlament diskutierte, wie das Zentrum attraktiver gestaltet werden könnte.

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Matthias Kessler

Gelächter im Saal. «Die Bremgarten-Dietikon-Bahn kann meiner Meinung nach durchaus vom Dietiker Bahnhof weiter in den Aargau verlängert werden», hatte Grüne-Gemeinderat Samuel Spahn zuvor gesagt, «die kommt ja schliesslich auch aus dem Aargau».

Das Dietiker Parlament diskutierte am Donnerstagabend über ein Postulat von CVP-Gemeinderat Josef Wiederkehr, mit dem er den Stadtrat aufgefordert hatte zu prüfen, in welchen Bereichen die Bremgarten-Dietikon-Bahn im Zentrumsbereich unterirdisch geführt werden kann.

BD-Bahn mit Linksschwenker?

Spahn griff in seinem Votum eine davor von Markus Erni (SVP) geäusserte Idee auf. Erni hatte ausgeführt, dass man in der Frage von Be- und Entlastung in Verkehrsfragen nicht immer dem Privatverkehr «den schwarzen Peter zuschieben» könne.

Wichtig sei, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, allenfalls den Privatverkehr unterirdisch zu führen oder anstelle der geplanten Stadtbahn durchs Limmattal die Bremgarten-Dietikon-Bahn am Dietiker Bahnhof links abbiegen zu lassen und nach Spreitenbach, allenfalls noch weiter, zu verlängern. Der Stadtrat, so Erni, sei gefordert, sich mit Vehemenz für die Dietiker Interessen einzusetzen.

Mit dem geplanten Bau einer Stadtbahn vom Bahnhof Altstetten über den Bahnhof Dietikon in den Aargau böten sich «riesige Chancen», erklärte Postulant Wiederkehr seinerseits. Diese Chance sei rechtzeitig zu packen, die Verantwortlichen der Stadtbahn seien an Kooperationen interessiert.

«Es darf keine Tabus geben»

Rosmarie Joss (SP) hielt in ihren Ausführungen fest, dass es in diesem Zusammenhang doch eigentlich immer um die Frage der Lebensqualität gehe. Um diesbezüglich für die Stadt Dietikon das Maximum herausholen zu können, müsse man sich «Richtung öffentlichen Verkehr und Langsamverkehr» orientieren, so Joss.

«Im Dietiker Zentrum hat es nicht Platz für alle Verkehrsteilnehmer», meinte wiederum Samuel Spahn. Und forderte: «Es darf in dieser Frage keine Tabus geben.»