Urdorf
Nicht öfter, aber länger präsent

Seit gut einem Jahr ist die Stadtpolizei Schlieren mit der Polizei Urdorf zusammengeschlossen. Das Fazit fällt positiv aus.

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Polizei

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Limmattaler Zeitung

Sidonia Küpfer

«Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind überwiegend positiv», zieht die Schlieremer Sicherheitsvorsteherin, Bea Capaul, ein Jahr nach dem Zusammenschluss der Stadtpolizei Schlieren mit der Polizei Urdorf Bilanz. «Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung hat sich verbessert», so Capaul.

Seit gut einem Jahr bilden die Polizeien Schlieren und Urdorf die Stadtpolizei Schlieren (Schlieren/Urdorf). Seitdem müssen Urdorferinnen und Urdorfer etwa für Diebstahlanzeigen und polizeiliche Verzeigungen nach Schlieren fahren. «Der Weg nach Schlieren wird schon manchmal als mühsam empfunden. Aber die Gegenleistung, die wir durch den Zusammenschluss erhalten, kompensiert dies», hält die Urdorfer Sicherheitsvorsteherin Sandra Rottensteiner fest. Zudem bestehe in Urdorf weiterhin ein Schalter, an dem beispielsweise Parkkarten gelöst oder Fundgegenstände abgeholt werden können: «Wir sind weiterhin die Ansprechstelle», so Rottensteiner.

Im Schlieremer Stadthaus wurde der Polizeibereich baulich für das vergrösserte Korps angepasst. Denn der Zusammenschluss vergrösserte das Team der Stadtpolizei um drei Polizisten und eine Zivilangestellte auf 11 Personen.

Patrouillen bis spätabends

Dank dem Zusammenschluss mit Urdorf sowie der Kooperation mit Dietikon (12 Polizisten) konnte per 1. Januar 2009 ein Dreischichtbetrieb eingeführt werden. «Früher waren wir von zirka 8 bis 17 Uhr regelmässig und vor- und nachher unregelmässig auf Patrouille», blickt Polizeichef Marco Weissenbrunner zurück. Nun patrouilliere die Polizei von frühmorgens bis spätabends. Dies falle auch den Urdorferinnen und Urdorfern auf - das subjektive Sicherheitsgefühl habe sich durch die sichtbarere Polizei verbessert, sagt Sandra Rottensteiner. Dabei arbeiten die einzelnen Personen nicht mehr, aber die Polizei ist länger sichtbar, weil sie besser verteilt ist.

Arbeiten bis spät in die Nacht - führte dies nicht zu Unmut in der Belegschaft? Laut Weissenbrunner war dies nicht der Fall, denn der Dreischichtbetrieb habe auch eine entscheidende Verbesserung gebracht: Der Pikettdienst wurde abgeschafft. Bis zum Zusammenschluss hätten die Polizisten zusätzlich zu den üblichen Einsätzen auch Dienst auf Abruf gehabt. Nicht Ortsansässige mussten in dieser Zeit ein spezielles Pikett-Zimmer aufsuchen.

Mit dem Dreischichtbetrieb sei eine Wohnsitzpflicht überflüssig geworden: «Als Arbeitgeber macht uns das deutlich attraktiver», erklärt Weissenbrunner. Das habe sich bereits bei ersten Personalrekrutierungen gezeigt.

Büssen in Schlieren und Urdorf

Wird denn durch die längere Präsenz auch mehr gebüsst? «In Urdorf ist das so», erklärt Weissenbrunner. Die Parkplatzbewirtschaftung wurde intensiviert. Die früher drei Polizisten hätten dies von den Ressourcen her kaum abdecken können. Nun sei auch mit einem steigenden Umsatz bei den Parkkarten zu rechnen, denn wer gebüsst werde, entscheide sich eher für den Kauf einer Parkberechtigung, so Weissenbrunner. Sandra Rottensteiner erklärt, dass die höheren Bussen auch mit diversen Neusignalisationen in Urdorf zusammenhingen. In Schlieren hingegen seien die Einnahmen durch Bussen nur leicht gestiegen, weil neu auch sonntags regelmässig kontrolliert werde.

Die Kosten für die Polizei seien in Urdorf etwas höher : «Aber wir haben durch die Zusammenarbeit auch ganz andere Dienstleistungen wie den Dreischichtbetrieb erhalten. Wollten wir die aus eigener Kraft aufbringen, käme es uns viel teurer», bilanziert Rottensteiner.

Auslaufende Verträge

Bis Ende Jahr sind die Polizeibeamten von Schlieren, Urdorf und Dietikon noch in Geroldswil, Weiningen und Uitikon unterwegs. Ab 1. Januar ist diese Zusammenarbeit zu Ende. Schlieren und Dietikon kündigten den Vertrag mit diesen Gemeinden. «Ein Polizeiposten, der nur gerade über einen Angestellten verfügt, kann kaum an einem Dreischichtbetrieb teilnehmen», erklärt Bea Capaul die Problematik. In einigen Gemeinden rechts der Limmat laufen Gespräche über einen eigenen Zusammenschluss.

Noch unklar ist, wie die Stadtpolizei Schlieren (Schlieren/Urdorf) ab 2010 auf Anfragen der Kantonspolizei reagieren soll, wenn dieser die Kapazität für Einsätze in Weiningen, Uitikon oder Geroldswil fehlt. «Das müssen wir noch diskutieren», weiss auch Bea Capaul.

Grundsätzlich wäre der Zusammenschluss erweiterbar, wie Marco Weissenbrunner erklärt: «Wir verfolgen ein Modell, bei dem das Personal zentral in Schlieren ist und nicht in den Aussenstationen.» Das mache es für ihn einfacher, die Einsätze zu planen. Zudem sei Schlieren punkto Material und EDV gut ausgerüstet. «Wir sind offen für neue Mitglieder. Man muss einfach auf uns zukommen», sagt auch Bea Capaul.