Büren

Nicht nur schwere Brummis im Visier

Bis Hierher: Eine der Massnahmen: Die Durchfahrt durchs Stedtli soll künftig Lastwagen im Transitverkehr verweigert werden. (Bild: sl)

Brummi

Bis Hierher: Eine der Massnahmen: Die Durchfahrt durchs Stedtli soll künftig Lastwagen im Transitverkehr verweigert werden. (Bild: sl)

Die ganze Altstadtumgebungszone soll eine Begegnungszone werden. Und: Lastwagen im Transitverkehr werden aus dieser Zone verbannt. Gefragt zu diesen Absichten ist die Meinung der Bevölkerung.

Jürg Amsler

Den Bewohnerinnen und Bewohnern in der Kernzone des Stedtlis Büren stehen schöne und vor allem ruhigere Zeiten bevor. Das Geschirr in den Schränken wird bald nicht mehr scheppern, wenn sich die schweren Brummis durch die enge Hauptgasse zwängen. «Lastwagen haben künftig im Stedtli nichts mehr zu suchen. Es sei, es muss etwas geliefert werden. Der Transitschwerverkehr wird, sobald als Umfahrungsstrasse in Betrieb, über die Bahnhofstrasse rollen.» Christoph Abbühl, Bauverwalter in Büren, nennt den wohl wichtigsten Punkt für die Neugestaltung des öffentlichen Raums im Stedtli. Noch bis zum 28. Mai kann die Bevölkerung die Mitwirkungsunterlagen bei der Bauverwaltung Büren, an der Kreuzgasse 32, einsehen. Während dieser Frist können dort schriftliche Einwendungen und Anregungen eingereicht werden. Der Bauverwalter: «Es sind schon einige Interessierte vorbeigekommen und haben die Pläne gründlich studiert. Eingaben sind bisher aber noch keine eingegangen.» Ans Eingemachte gehe es sowieso erst, wenn das Baugesuch aufgelegt werde. «Erst dann kann Einsprache gegen die vorgesehenen Massnahmen erhoben werden.»

Eine grosse Begegnungszone

Das Projekt des Wettbewerbsiegers Steiner und Buschor (wir berichteten) sieht neben dem «Kernstück» des lastwagenfreien Stedtlis weiter vor, die ganze Altstadtumgebungszone - also inklusive Graben und Trappeten - als Begegnungszone zu bezeichnen. Diese wird ostwärts bis zum neuen Kreisel beim Coop - bei der Verzweigung Bernstrasse/Solothurnstrasse - ausgeweitet. «Genau hier wird der Schwerverkehr künftig auf die Umfahrung über die Bahnhofstrasse umgeleitet. Bauliche Massnahmen, zum Beispiel mehrere Bäume, sollen optisch und neue Parkfelder beim Friedhof baulich dafür sorgen, dass die Zufahrt ins Stedtli unattraktiv ist.» Abbühl ist überzeugt, dass sich sogar manche Automobilistin und mancher Automobilist zweimal überlegen wird, ob sie oder er die «Abkürzung» durchs Stedtli fahren will: «Denn fürs ganze Gebiet gilt für den motorisierten Verkehr eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern, vortrittsberechtigt sind Fussgänger.»

Eine einzige Ausnahme

Für ein kurzes Stück der Hauptgasse, vom Zollrain bis zum neuen Kreisel beim Parkplatz Schlossgarten (Einmündung Bahnhofstrasse in die Aarberg-strasse), wird das gleiche Verkehrsregime gelten wie jetzt: Tempo 30. «Dieser Strassenabschnitt bleibt als Zubringer über die Holzbrücke zur Autobahn A5 eine Kantonsstrasse. Als solche wird sie mit dieser Höchstgeschwindigkeit im Kanton Bern einmalig sein», begründet der Bauverwalter die Ausnahme.

Es werde jedoch nicht nur an den rollenden motorisierten Verkehr gedacht. Abbühl: «Von den baulichen Veränderungen in der Kernzone des Stedtlis werden die Fussgänger und Zweiradfahrer profitieren. Strassen und Gehwege werden auf das gleiche Niveau gesetzt, Trottoirs verschwinden.»

Die zur Mitwirkung aufgelegten Massnahmen stützten sich auf das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen ab. Abbühl erklärt, dass in einer ersten Phase geprüft werde, ob eine Verkehrsberuhigung tatsächlich erzielt werden könne: «Wenn nicht, so müssten weitere, schärfere Massnahmen getroffen werden.»

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