Olten

Nicht nur eitel Freude über Olten SüdWest

Auf dem Areal des ehemaligen Zement- und Kieswerks will der Bauunternehmer 2000 Wohnungen erstellen.

Thomas Staenz

Momentan erobert sich die Natur Stück um Stück des Gebietes Olten SüdWest zurück. Grüne Grasinseln, knietiefe Tümpel und verschiedene Tierarten wie Schmetterlinge, Eidechsen, Füchse und scheue Vögel finden sich auf dem weiten Areal. Einzig Karls Kühne Gassenschau wird ab Ende Mai für einigen Betrieb sorgen. Dies könnte sich jedoch bald ändern, denn das Gebiet des ehemaligen Zementwerkes PCO und des Kieswerkes der AG Hunziker & Cie wird mit grösster Wahrscheinlichkeit in die Hände des Rüschliker Bauunternehmers Leopold Bachmann übergehen (wir berichteten). Er unterzeichnete einen Vorvertrag mit der Besitzerin Holcim. Und Bachmann ist bekannt als Investor, der in kurzer Zeit erstaunliche Bauvolumen realisieren kann. Vorwiegend erstellt der gebürtige Österreicher Wohnhäuser zu niedrigen Preisen, die er dann günstig vermietet. Dies trug ihm den wenig schmeichelhaften Beinamen «Schnellbauer» ein. Er möchte die riesige Parzelle mit Platz für insgesamt 2000 Wohnungen Stück für Stück mit zirka hundert Einheiten pro Jahr bebauen. Selbst für Bachmann wäre dies eine neue Dimension, denn seine grösste je gebaute Siedlung umfasst knapp 500 Wohnungen.

Freude bei Zingg, Skepsis bei FdP

Zwischen Bachmann, den städtischen Behörden um Präsident Ernst Zingg und Vertretern der Holcim fand eine erste Begegnung statt. Zingg ist begeistert. Und Bachmann habe versprochen, dass er nur in Absprache mit der öffentlichen Hand bauen werde. Erst aber müssen noch die nötigen Unterschriften unter den Gestaltungsplan gesetzt werden, was aber nach Auskunft von Ernst Zingg innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate erfolgen dürfte.

Nicht ganz so optimistisch wie Stadtpräsident Zingg äussert sich Parteigenosse und Gemeindeparlamentarier Stefan Nünlist. Er und einige andere meinungsbildende Parteigänger sind der Meinung, dass mit dieser Landreserve sehr sorgfältig umgegangen werden muss. Der neue Wohnraum sollte seiner Meinung nach einen überdurchschnittlichen Standard aufweisen und steht somit in direktem Gegensatz zu den bisher realisierten Siedlungen von Leopold Bachmann. Nünlist und seine Parteifreunde befürchten, bei sehr günstigen Mietzinsen bestehe die Gefahr, dass sich eine «Getto-Bildung» entwickeln könnte, ähnlich wie sie es im Oltner Bifang-Quartier feststellen.

Leopold Bachmann versichert auf Nachfrage, dass er die Vorgaben der Behörden auf jeden Fall respektieren werde. Seiner Ansicht nach könnte bei optimalem Verlauf der Planung in etwa einem Jahr die erste Baubewilligung vorliegen.

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