Wärmeverbund Kaiserstuhl
Neuste Technik für die Altstadt

Die AEW Energie AG hat mit dem Bau des Wärmeverbunds Kaiserstuhl begonnen. 46 Liegenschaften der geschützten Altstadt werden mit Heizenergie versorgt.

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Altstadt Kaisi

Altstadt Kaisi

Aargauer Zeitung

Stadtrat Beat Tschumper strahlte vor den versammelten Liegenschaftsbesitzern: «Ich bin froh, dass viele Kaiserstuhler Liegenschaftsbesitzer an den Wärmeverbund anschliessen werden. Die Verbindung einer modernen, ausgereiften Technik mit der historischen Altstadt ist gelungen.

Das Stadtbild wird dadurch nicht im Geringsten beeinträchtigt. Die einzig sichtbare Baute - eine Trafostation - konnte unter einer Terrasse praktisch nicht einsehbar platziert werden.»

Grund- statt Rheinwasser

Die generelle Studie und das Vorprojekt sahen vor, für die Wärmegewinnung das Rheinwasser zu verwenden. Geprüft wurde aber auch, dem Grundwasser Wärme zu entziehen. Eine Bohrung brachte etwa 12 Grad warmes Wasser zutage.

So weit, so gut. Aber unweit entfernt liegt das Pumpwerk der Gemeinde Kaiserstuhl. Dieses fördert das Trinkwasser für den täglichen Bedarf im Städtchen. Glücklicherweise fliesst der Grundwasserstrom rechtwinklig zum Rhein.

Die Messungen ergaben, dass das Absenken des Grundwasserspiegels im neuen Bohrloch keinerlei Einfluss auf die Trinkwasserentnahme hat. Der Wasserstand im Schacht des Trinkwasserpumpwerks bleibt konstant. Aus technischen Gründen wird nun das Grundwasser für die Wärmegewinnung verwendet.

Bewilligungen und Projektverlauf

Die Detailplanung ist abgeschlossen. Die Baubewilligung des Stadtrates ist rechtskräftig und alle Aufbruchbewilligungen von Kanton und Gemeinde liegen vor. Die Aufträge an die Unternehmer sind erteilt.

Die Heizzentrale, die im Untergeschoss der Liegenschaft Rheingasse 3 zu liegen kommt, ist bereits im Bau. Ab August werden die Wärmeleitungsrohre verlegt. Die Liegenschaftsbesitzer können jetzt ihre privaten Heizungen demontieren. Danach werden die Wärmeübergabestationen montiert. Die Fernwärme wird Anfang Oktober in die Wohnungen geliefert.

Bessere Luft im Städtchen

«Mit dem Wärmeverbund wird eine wesentliche Qualitätsverbesserung der Luft erreicht. Das wirkt sich als Komfort- und Wertsteigerung auf die Liegenschaften aus», stellte Anselm Hagenbuch von der AEW Energie AG fest.

Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass sich alle involvierten Ämter intensiv mit den verschiedenen Problematiken (Stadtbild, Grundwasser, Aufbruchbewilligungen) auseinandergesetzt haben und die Bewilligungen im vorgesehen Zeitraum gesprochen haben. (fv)

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