Hans Gloor

Neuer Stadtrat will Wohnbaustopp

Bauboom: im Rheinfelder Westen: Innerhalb weniger Jahre wurden neue Stadtquartiere aus dem Boden gestampft. (AZ-Archiv/ach)

Bauen Rheinfelden

Bauboom: im Rheinfelder Westen: Innerhalb weniger Jahre wurden neue Stadtquartiere aus dem Boden gestampft. (AZ-Archiv/ach)

Dem seit Jahren anhaltenden Boom im Wohnungsbausektor steht Hans Gloor kritisch gegenüber. Der am Sonntag neu gewählte Stadtrat favorisiert stattdessen die Schaffung neuer Arbeitsplätze und fordert eine Offensive zur Stärkung des Gewerbes in Rheinfelden.

Peter Rombach

Unabhängig vom zu übernehmenden Ressort macht sich Hans Gloor bereits Gedanken, wo Kommunalpolitik künftig neue Akzente setzen müsste. Aus seiner Sicht ist der Wohnungsmarkt gesättigt. «In Rheinfelden brauchen wir nicht mehr Wohnungen, sondern vor allem neue, attraktive Arbeitsplätze», warnt er vor Tendenzen in Richtung Schlafstadt. Im gewerblichen Sektor sieht er klar «Entwicklungsmöglichkeiten» und plädiert für «Flankenschutz» durch den Gemeinderat.

«Auch Bildung und damit Schulen sind für mich wichtig», bekennt Gloor und unterstreicht, dass die Berufsschule nicht gefährdet werden dürfe. «Als Zentrumsgemeinde brauchen wir solch eine Einrichtung.»

Seine Position in der Debatte um den Erhalt des alten Kraftwerks und des Eisenstegs ist differenziert: «Klar, dem Moratorium habe ich zugestimmt, doch ist für mich wichtig, dass der Rheinübergang bleibt.» Das alte Kraftwerk sei eher eine «deutsche Angelegenheit». Im Übrigen sehe er nicht ein, Geld in ein Objekt «reinzubuttern», dessen langfristige Nutzung nicht geklärt sei.

Was die künftige Arbeit in der Exekutive anbelangt, so geht Gloor davon aus, den abgewählten Werner Hassler im Ressort Sicherheit und Verkehr zu beerben. Dazu zählen unter anderem auch Bevölkerungsschutz, Feuerwehr, Militär und Zivilschutz sowie Polizei. «Als Neuer muss ich nehmen, was übrig bleibt und kann keine Ansprüche stellen», schmunzelt Hans Gloor und verdeutlicht, damit keine Probleme zu haben.

Kompletter Gemeinderat an Wahlparty

Zum Atmosphärischen versichert er mit Blick auf die künftigen Kolleginnen und Kollegen: «Ich fühle mich gut aufgehoben.» Die vielen Gespräche an seiner Wahlparty, zu der übrigens der komplette Gemeinderat einschliesslich Verlierer Werner Hassler gekommen war (siehe auch Seite 32), würden ihn optimistisch stimmen. «Ich habe nichts anderes erwartet, schliesslich kennen wir uns alle schon seit vielen Jahren.» Für ihn sei wichtig, schon vorab Einblick in diverse Sachgeschäfte zu bekommen, was jedoch später ein «intensives Studium der Dossiers» nicht erübrige.

Optimismus hatte Gloor übrigens schon im AZ-Interview (11. August) verbreitet. «Die Kommunikation mit der Bevölkerung wird nach vier Jahren besser sein. Dadurch kommen keine unfairen Angriffe auf», freut er sich auf die neuen Aufgaben.

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